Schlussgong: Griechische Staatsanleihen – langsam lockt der Einstieg

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An den Aktienmärkten geht es heute kräftig nach unten. Die Indizes in Europa starteten freundlich, wurden dann aber am Nachmittag gleich doppelt in die Zange genommen und verloren rund 1,5%.

Ein Dämpfer kam erneut vom amerikanischen Arbeitsmarkt. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 22.000 auf 496.000. Die Prognosen der Volkswirte lagen dagegen bei „nur“ 460.000. Die Hoffnungen auf eine leichte Verbesserung wurden zerstört.

Die negativen Zahlen vom Arbeitsmarkt überdeckten die guten Konjunkturdaten aus der US-Industrie: Die Auftragseingänge bei den langlebigen Gütern sind im Januar überraschend stark um 3% gestiegen. Die Volkswirte hatten nur mit 1,5% gerechnet. Es wird also wieder mehr investiert – allerdings nicht in neue Arbeitskräfte.

Rating-Agenturen setzen Griechenland unter Druck

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor war das Thema „Griechenland-Krise“. Die Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s haben angekündigt, eine weitere Herabstufung der griechischen Schulden zu prüfen. Schon jetzt besitzen die griechischen Staatsanleihen kein A-Rating mehr, sondern nur noch die Note „BBB+“.

Die Drohung der Rating-Agenturen sorgte mal wieder für eine kleine Panik an den Devisen-, Aktien- und Anleihemärkten. Dabei gilt: Ein schwacher Euro ist eine unerhoffte Hilfe für die Export-Werte aus dem Euro-Raum.

Anleihen bieten bereits 6,5% Rendite

Betrachten wir nicht nur die Anlage-Chancen im Aktienbereich, die sich durch die Euro-Schwäche ergeben. Interessant ist auch der Anleihenmarkt. Die griechischen Staatsanleihen stehen seit Monaten unter Druck.

Durch die Kursverluste bieten griechische Staatsanleihen mit Laufzeiten von rund 2 Jahren bereits 6% Rendite pro Jahr. Mittlere Laufzeiten mit Fälligkeit im Jahr 2015 werfen teilweise über 6,5% ab.

Nächster Kursrutsch kann schon das Einstiegssignal sein

6,5% sind in der aktuellen Niedrig-Zins-Phase attraktiv, aber es kann noch besser werden. Setzen die Rating-Agenturen ihre Drohungen um und senken die Noten erneut, ist ein weiterer Kursrutsch bei den griechischen Staatsanleihen zu erwarten. Dann sind Renditen von über 7% möglich.

Eine Senkung der Rating-Note zeigt natürlich im Gegenzug auch an, dass aus Sicht der Rating-Agenturen das Risiko gestiegen ist. Die Ereignisse der Finanzkrise zeigen jedoch, dass die Rating-Agenturen fast immer zu spät reagieren und die Noten erst dann senken, wenn der Tiefpunkt schon erreicht wurde. Eine Herabstufung muss daher nicht tatsächlich bedeuten, dass das Risiko größer ist als vor 4 Wochen.

Die Entscheidungsträger können sich auf die Krise vorbereiten

Die größten Fehler werden gemacht, wenn Marktteilnehmer unter Zeitdruck stehen. Die „Griechenland-Krise“ beschäftigt jetzt aber bereits seit Monaten die Märkte. Aus meiner Sicht ist klar: Innerhalb der EU wird mit Hochdruck daran gearbeitet, offene und versteckte Hilfspakete für Griechenland zu schnüren.

Die EU hat kein Interesse daran, dass ein Land ausscheidet und einen Dominoeffekt auslöst. Umgekehrt könnte Griechenland eine eigene Währung abwerten und dadurch den Druck lindern, aber wer leiht Griechenland dann noch Geld und wie hoch müssten die Zins-Renditen sein? Wenn die griechischen Politiker in Ruhe die Modelle durchrechnen, werden sie auf die Lösung kommen, dass nur die EU-Mitgliedschaft die Versorgung mit neuen Krediten sichert.

Fazit: Noch kommt der Einstieg in griechische Staatsanleihen zu früh, aber innerhalb der nächsten 3 Monate könnten sich spekulative Einstiegs-Chancen ergeben.


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