Schlussgong: CeWe Color – im Stockpicker-Jahr 2010 eine Überlegung wert

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Schwache Konjunkturdaten aus den USA und Europa haben heute die Stimmung an den Aktien- und Rohstoffmärkten belastet. Die großen Aktien-Indizes verlieren im Durchschnitt 1 bis 2%.

Allerdings dürften die aktuellen Daten eine Nebenwirkung haben, die die liquiditätsgetriebenen Märkte weiter stützen wird: Da die Konjunkturaussichten noch unklar sind, werden die Leitzinsen noch längere Zeiten sehr niedrig bleiben.

Positive und negative Effekte neutralisieren sich

Niedrige Zinsen und reichlich Liquidität stützen den Markt, unklare Konjunkturdaten und die weiterhin schwelende Finanz- und Immobilienkrise belasten den Markt. Diese positiven und negativen Effekte können sich gegenseitig neutralisieren.

Die Folge wäre dann: Eine Seitwärtsbewegung wie im Börsenjahr 2004. Die Parallelen sind überdeutlich: 2003 brach der Aktienmarkt zunächst ein, dann folgte von März bis Dezember 2003 eine DAX-Erholung von 2.200 auf 4.000 Punkte. Das Jahr 2004 brachte anschließend eine Verschnaufpause.

Längere Seitwärtsbewegung des Gesamtmarktes: Gut für Stockpicker

Im Jahr 2009 ging es ebenfalls bis März steil bergab, anschließend stieg der DAX von 3.600 auf 6.000 Punkte. Wiederholt sich die Geschichte, wird der DAX im laufenden Jahr erneut eine längere Verschnaufpause einlegen.

Wenn die großen Indizes wie DAX, EuroStoxx oder Dow Jones stagnieren, bedeutet das jedoch nicht, dass die Anlageklasse Aktien langweilig wird. Im Gegenteil: In solchen Börsenphasen zeigt sich, wer die verborgenen Trüffel am Aktienmarkt findet.

2010 kann also wieder das Jahr der „Stockpicker“ werden. Damit sind die Anleger und Fondsmanager gemeint, die sich nicht am Index orientieren, sondern unterbewertete Aktien suchen.

CeWe Color: Ein Unternehmen hat sich neu erfunden

Ein Kandidat für die „Stockpicker“ ist die Aktie der CeWe Color Holding AG. Der deutsche Fotodienstleister entwickelt pro Jahr in 24 europäischen Ländern rund 2,6 Mrd. Fotos für insgesamt über 50.000 Handelskunden.

Die industrielle Entwicklung von Fotos klingt langweilig, aber das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren eine technische Revolution überstanden: Die analogen Fotos sind fast vollständig vom Markt verschwunden, die digitalen Fotos haben einen unglaublichen Siegeszug geschafft.

Für einen Dienstleister wie CeWe Color bedeutete der rasche Wandel: Sämtliche Produktionsanlagen mussten umgebaut oder erneuert werden. Die Kosten waren enorm und haben über Jahre das Ergebnis belastet.

Viele Aktionäre hatte nicht so viel Geduld wie der Depot-Optimierer

Die CeWe-Aktionäre haben sich gefragt, ob das Unternehmen den Technologie-Sprung schafft und ob die finanziellen Mittel reichen. Viele Investoren haben das nicht geglaubt. In der Spitze ist der Aktienkurs von über 50 auf 10 Euro abgestürzt.

In meinem Börsendienst, der eher langfristig orientiert ist, habe ich dieser Aktie trotz des Gegenwinds die Treue gehalten. Die Gründe: Das Geschäftsmodell hat überzeugt und liefert in guten Zeiten einen extrem hohen Mittelzufluss (freien Cashflow). Außerdem hat das Management das Kunststück geschafft, den gesamten Umbau ohne ein einziges Verlustjahr zu meistern. Selbst im größten Krisenjahr hat CeWe Geld verdient.

2010 soll das erste „Erntejahr“ werden: Bewertung attraktiv

Im neuen Geschäftsjahr kann jetzt endlich die Ernte eingefahren werden. Das CeWe-Management hat angekündigt, dass der Umbau Richtung Digitalfotografie 2009 abgeschlossen wurde. Die ehrgeizigen Ziele 2010: Der Umsatz soll 420 bis 430 Mio. Euro erreichen, der Gewinn je Aktie um rund 100% auf 1,76 bis 2,20 Euro steigen.

Noch spannender wird aber sein, wie hoch der Cashflow ausfällt. In guten Jahren kann CeWe über 7 Euro Cashflow je Aktie erwirtschaften. Steigt dieser Wert auf 10 Euro je Aktie, ist beim Aktienkurs sogar das Allzeithoch von gut 50 Euro ein realistisches Ziel (KCV 5). Bei einem aktuellen Kurs von 25 Euro hat die Aktie also noch reichlich Luft nach oben.

Nach der langen „Dürrephase“ durch den teuren Umbau muss CeWe im nächsten Schritt das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Der Rekordgewinn im vierten Quartal 2009 war ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn das Unternehmen ein ganzes Jahr lang dieses Tempo halten kann, wird die CeWe-Aktie zu den Überraschungssiegern des Börsenjahres 2010 gehören.


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