Die Aktienmärkte entwickeln sich weiterhin freundlich. Ein Kursmotor ist die steigende Zahl der großen Milliarden-Deals. Der deutsche DAX-Konzern Merck bietet 7,2 Mrd. USD für den US-Biotechnologiezulieferer Millipore und in der Düngemittelbranche veranstalten Yara und CF Industries ein Wettbieten um Terra Industries.

Die steigende Zahl der großen Milliarden-Deals sendet gleich mehrere Signale aus: Die Unternehmen verlassen das Schneckenhaus, in das sie nach der Lehman-Pleite geflohen sind. 2 Jahre lang wurden nur Kosten gesenkt, jetzt gewinnt wieder Umsatzwachstum an Bedeutung. Die Zunahme der Übernahmen zeigt auch, dass viele Manager davon überzeugt sind, dass der konjunkturelle Tiefpunkt überschritten wurde und die Ampeln wieder auf „Grün“ stehen.

Die Banken spielen wieder mit

Fast noch wichtiger für die Gesamtwirtschaft: Die Banken spielen wieder mit. Auch ein DAX-Konzern wie Merck zahlt die gut 7 Mrd. USD nicht einfach aus der Portokasse. Schon im Vorfeld hat sich das Unternehmen einen Kredit im Volumen von 4 Mrd. USD gesichert. Vor 12 Monaten hätte der Finanzvorstand von Merck bei den Banken nicht einmal anfragen brauchen.

Das Geld sitzt bei den Banken noch nicht so locker wie im Boomjahr 2007, aber langsam wird die Kreditbremse gelockert. In diese Richtung weisen auch die neuesten Zahlen des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo). Im Februar sank die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland zum zweiten Mal in Folge. Während im Januar noch 42,4% der Unternehmen über eine restriktive Kreditvergabe der Banken klagten, waren es im Februar noch 39,9%.

Es ist wichtig, dass die Banken den Zugang zu den Krediten erleichtern, denn in der konjunkturellen Erholungsphase sind Investitionen notwendig. Für diese Investitionen brauchen die Unternehmen Kredite. Wird der Kredithahn zugedreht, wird auch die Konjunktur abgewürgt.

Warren Buffett: Schlechte Konjunkturzeiten sind gute Kaufzeiten

Der legendäre Investor Warren Buffett hat sich nie im Schneckenhaus versteckt. Er hat die Wirtschaftskrise als eine Art „Winterschlussverkauf“ interpretiert und eifrig zugekauft. In seiner Holding Berkshire Hathaway versammelt Buffett rund 80 Tochtergesellschaften. Spektakulär war zuletzt die Übernahme einer ganzen Eisenbahnlinie. Für Burlington Northern Santa Fe bezahlte Berkshire insgesamt 44 Mrd. USD.

Angesichts dieser Zahlen ist es fast schon eine Randnotiz, dass Berkshire in den vergangenen Wochen über 5% der Münchener Rück gekauft hat und jetzt auch noch größter Aktionär beim Weltmarktführer für Rückversicherungen wurde.

Das Orakel von Omaha spricht wieder Anfang Mai

Seit über 40 Jahren erweitert Warren Buffett ständig sein Firmen-Imperium. Seine Erfolgsgeschichte ist legendär. Seine Investitions-Kriterien klingen fast schon banal. Einige Beispiele: Kaufe nur, wenn Du das Geschäftsmodell des Unternehmens verstehst. Kaufe nur, wenn Du das Unternehmen auch für immer behalten möchtest. Kaufe nur, wenn jeder Trottel das Unternehmen führen kann (genau das wird irgendwann passieren). Kaufe nur, wenn Du das Unternehmen unter dem inneren Wert kaufen kannst.

Klingt das wie Zauberei? Mit diesen einfachen Grundsätzen wurde Warren Buffett zum reichsten Investor der Welt. Kein Wunder, dass die treuen Berkshire-Aktionäre jedes Jahr am 1. Mai-Wochenende zur Hauptversammlung nach Omaha pilgern. Die formale Hauptversammlung dauert nur wenige Minuten. Der Höhepunkt folgt danach:

Warren Buffett setzt sich mit seinem in Deutschland relativ unbekannten Geschäftspartner Charlie Munger auf die Bühne und stellt sich Stunde für Stunde den Fragen der rund 20.000 (!) anwesenden Aktionären. Das Frage-und-Antwort-Spiel ist kult. Das Orakel von Omaha spricht.

Besuchen Sie die Hauptversammlung

In diesem Jahr werde ich bereits zum 4. Mal die Hauptversammlung von Berkshire besuchen. Es lohnt sich! Leider ist es so, dass Warren Buffett (Jahrgang 1930) und Charlie Munger (Jahrgang 1924) keine Jungspunde mehr sind. Niemand kann sagen, wie oft man noch das „Dreamteam der Börse“ live in Omaha miterleben kann.

Eine USA-Reise ist natürlich keine Kleinigkeit. Aber genau das dachten sich auch die Berkshire-Aktionäre, die auf der ganzen Welt verstreut sind. Daher gibt es vor und nach der Berkshire-Hauptversammlung zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Buffett, Berkshire und Value-Investing. Langweile kommt mit Sicherheit nie auf. Und ich muss sagen, dass ich in Omaha die besten Steaks meines Lebens gegessen habe. Von Ende April bis Anfang Mai erhalten Sie dann auch in diesem Jahr wieder jeden Tag eine Schlussgong-Ausgabe direkt aus Omaha.


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