Die Aktienmärkte in Deutschland schauen zum Wochenschluss doch etwas verunsichert drein. Auslöser ist die gestrige Diskontsatzerhöhung in den USA. Denn auf der einen Seite läutet die Fed damit das Ende der Nullzinspolitik ein, auf der anderen Seite hält man gerade an dieser weiter fest. Ein Testballon? Aber wofür denn nun? Will die Fed so langsam die günstige Refinanzierung der Banken und damit deren Milliardengewinne stoppen, ohne die eigene Staatsverschuldung zu verteuern? Lange wird dieser Spagat nicht gelingen. Aber noch ist eine Entscheidung nicht gefallen. Die kommenden Wochen bleiben spannend. Für die Aktienmärkte in Europa ist es jedenfalls kein gutes Zeichen, denn der Euro kam durch die Diskontsatzerhöhung erneut unter die Räder. Somit dürften die Währungsprobleme über kurz oder lang auch bei den Unternehmen ankommen.

Manz Automation entzückt die Märkte

Unter den Einzelwerten sticht heute in Frankfurt besonders der TecDAX-Wert Manz Automation hervor. Der Technologieanbieter für die Photovoltaik- und LCD-Industrie hat heute zahlreiche Neuaufträge bestätigt und damit die Trendwende angekündigt. Laut der Pressemitteilung konnte Manz Automation durch die starke Marktstellung in Asien LCD-Aufträge im Volumen von 13 Mio. Euro sowie für Solar-Equipment im Volumen von mehr als 12 Mio. Euro gewinnen, wodurch der Auftragsbestand Ende Januar 2010 auf 70 Mio. Euro gestiegen ist. Auch für die Zukunft, gerade auch im Solar-Geschäft, zeigte sich Vorstandschef Dieter Manz zuversichtlich:

„Infolge der geplanten Reduktion der Einspeisevergütung in Deutschland sind die Hersteller mehr denn je gefordert, die Produktionskosten weiter zu senken. Wir liefern dafür perfekte Lösungen. Die Erhöhung der Wirkungsgrade und der Produktionsleistung sowie die Reduzierung der Bruchraten sind die entscheidenden Stellhebel für unsere Kunden, um in einem wettbewerbsintensiven Umfeld auch weiterhin erfolgreich agieren zu können. Wir erwarten daher eine weiter steigende Nachfrage nach unseren innovativen und hocheffizienten Produkten.“

Mit solchen Nachrichten im Rücken kann es der Aktie wieder gelingen zu alter Stärke zurückzukehren. Die Performance der letzten 12 Monate ist bereits jetzt eindrucksvoll. Aktuell legt die Aktie mehr als 6 Prozent zu.

Zinsschritt belastet US-Futures

Auch an der Wall Street sorgt die Diskontsatzerhöhung für schlechte Stimmung. Zudem schaut man mit gespannter Sorge auf die Entwicklung der US-Verbraucherpreise im Januar. Die Futures tendieren aktuell deutlich schwächer. Der S&P500 verliert 0,6 Prozent und der NASDAQ 0,4 Prozent. In Frankfurt gibt der DAX derzeit 0,1 Prozent auf 5.674 Punkte nach.


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