Um 10: DAX folgt der Wall Street – Geld- und Fiskalpolitik treiben Aktienkurse

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Die EZB kündigte an, die Käufe von europäischen Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt zukünftig nach deren Emissionsvolumen und nicht mehr nach ihrem Finanzierungsschlüssel abwickeln zu wollen. Das „Q“ in QE steht damit jetzt für „querbeet“.

Italien und die EU-Kommission hebeln derweil die „Bail-In-Klausel“ aus, die die Bankenhaftung eigentlich vom Steuerzahler an Aktionäre und Gläubiger einer Bank übertragen sollte. 150 Milliarden Euro darf Italien jetzt aus dem Steuertopf für die Stützung der Banken des Landes verwenden.

Die EU muss langsam aufpassen, dass ihre Regeln nicht zu Schönwetter-Regeln verkommen. Das würde ihre Glaubwürdigkeit beschädigen. Aber die Zügellosigkeit der fiskalischen und geldpolitischen Eingriffe hilft Aktien auf die Sprünge. Hier wird allerdings kein neuer Aufschwung in Europa eingepreist. Eher wird ein Teil der Risikoprämie ausgepreist. Die Zentralbanken und Regierungen spielen mit der Marktpsychologie, ohne strukturelle Verbesserungen zu erzielen. Man sollte sich von der positiven Marktreaktion deshalb nicht täuschen lassen.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger


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