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Im Fokus Gold: Nur eine Momentaufnahme?

Am Ende kam der „Brexit“ dann doch etwas unerwartet. Goldpreis-Bullen konnten sich darüber freuen. Die Frage bleibt jedoch, wie lange der Jubel tatsächlich anhalten wird.

In den vergangenen Wochen erlebten die Teilnehmer an den Finanzmärkten eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Vor wenigen Wochen ließen die Sorgen vor einem „Brexit“ die Aktienkurse purzeln, während die Nachfrage nach so genannten Sicherheitsinvestments den Goldpreis ansteigen ließ. Je näher der eigentliche Abstimmungstag rückte, desto eher schienen Investoren allerdings davon überzeugt zu sein, dass Großbritannien in der EU bleiben würde. Als dann der überraschende Sieg der „Brexit“-Befürworter die Runde machte, war der Schock umso größer.

Die Auswirkungen waren auf den Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten zu spüren. Während das Britische Pfund ordentlich Federn lassen musste, steuerten Investoren klassische „Sichere Häfen“ an. Neben dem Japanischen Yen, dem US-Dollar oder dem Schweizer Franken gehörte auch Gold dazu. Schließlich gilt das gelbe Edelmetall seit jeher als eine Art Sicherheitswährung, die in wirtschaftlich turbulenten Zeiten großen Zulauf erhält. Es ist davon auszugehen, dass die Marktunsicherheiten noch eine Weile anhalten werden, worüber sich erneut Goldpreis-Bullen freuen würden.

Dass die Briten nun für den Austritt aus der EU gestimmt haben, heißt nicht, dass sich das Königreich sofort verabschieden wird. Der Trennungsprozess dürfte ungefähr zwei Jahre dauern. Gleichzeitig ist sein Ausgang ungewiss. Darüber hinaus ist nicht einmal klar, ob und wann dieser Prozess beginnen soll. Während einige EU-Politiker auf einen klaren und schnellen Schnitt drängen, will Noch-Regierungschef David Cameron das Auslösen des in Artikel 50 des EU-Vertrags genannten Ausstiegsprozesses seinem Nachfolger überlassen. Dieser soll aber erst im Oktober dieses Jahres feststehen. Außerdem ist es noch nicht sicher, wie die Entwicklungen in Bezug auf den schottischen Widerstand gegen den EU-Austritt weitergehen.

Zudem bleiben andere Möglichleiten, einen „Brexit“ zu verhindern oder hinauszuzögern. Dies führt dazu, dass die Unsicherheiten am Mart zur Freude der Goldpreis-Bullen eine Weile anhalten dürften. Die Unsicherheiten könnten wiederum die US-Notenbank Fed davon abhalten, die Leitzinsen zu erhöhen. Zumal die Inflation und die Konjunktur in den USA alles andere als stabil genug erscheinen, höhere Leitzinsen verkraften zu können. Eine anhaltend lockere Geldpolitik der Fed dürfte ebenfalls die Rohstoff- und Edelmetallnotierungen stützen.

Die Marktunsicherheiten und die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Fed sprechen derzeit für weiter steigende Goldpreise. Allerdings gibt es nicht wenige Stimmen am Markt, die nach dem ersten Schock eine Marktberuhigung erwarten. Schließlich werden die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU trotz des „Brexit“ nicht aufhören zu existieren. Sie werden nur neu geordnet. Damit dürfte auch neuer Druck auf die Fed entstehen, die Leitzinsen weiter anzuheben und die Geldpolitik damit endlich zu normalisieren.

Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei Gold erwarten, könnten mit einem Faktor-Long-Zertifikat mit dem Hebel (Faktor) von 4 der Deutschen Bank (WKN DX4XAU) auf ein solches Szenario setzen. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist und auf fallende Goldpreise setzen möchte, erhält mit einem Faktor-Short-Zertifikat mit dem Hebel (Faktor) 4 der Deutschen Bank (WKN DX4GLD) die Gelegenheit dazu.

Stand: 28.06.2016/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Bundesbank


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