Nix wie raus

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Was haben wir doch für ein Glück, dass in Frankreich derzeit die Europameisterschaft im Herrenfußball ausgespielt wird. Wäre dem nämlich nicht so, gäbe es in dieser Handelswoche noch weniger Positives zu berichten als ohnehin schon. An den Märkten herrschte vor allem zu Wochenbeginn eine Art Massenflucht aus Aktien, die mit dem Motto „nix wie raus“ bestens beschrieben ist. Dabei war es offenbar hauptsächlich die Furcht vor dem bevorstehenden Referendum der Briten, die bei den Anlegern den Fluchtreflex auslöste. Schließlich könnte den Börsen arges Ungemach drohen, sollte Großbritannien aus der EU entfliehen. Das zumindest befürchten diejenigen, die sich mit so etwas auskennen, wie den entsprechenden, zahlreichen Wortbeiträgen in der einschlägigen Presse zu entnehmen war. Da warnte beispielsweise der Chef der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, ein BREXIT könne „große wirtschaftliche Risiken in ganz Europa heraufbeschwören“. Zwar versicherte der Notenbankchef, die EZB stünde „falls notwendig“ bereit, um „die kurzfristige Instabilität auf den Finanzmärkten“ aufzufangen, aber – was genau meint er mit „falls notwendig“? Fest steht:

Abseitsfalle

Mit dem am 23. Juni stattfindenden Referendum haben die Briten sich (und die Märkte) in eine Abseitsfalle manövriert. Allein im DAX betrug der Kursverlust durch das britische Hick-Hack seit dem Höchststand der Vorwoche (10.312,50 Zähler am 07. Juni) bislang rund 880 Punkte! Die Talfahrt stoppte zwar kurz zur Wochenmitte, als der deutsche Leitindex zu einer kurzen Verschnaufpause inne hielt und zumindest 0,9 Prozent im Plus über die Ziellinie retten konnte. Für eine Gegenbewegung war das allerdings viel zu wenig, weshalb sich die Verluste am Donnerstag auch im regulären Handel munter fortsetzten. Unsere Annahme, dass die Verkaufssignale aus der Vorwoche den Abverkauf sogar noch beschleunigen könnten, hat sich somit bestätigt, und dementsprechend verheerend sah auch die aktuelle Performance-Bilanz des Börsenbarometers zum gestrigen Handelsschluss aus – allein für den Monat Juni stand nun ein Minus von 7 Prozent zu Buche, auf Jahressicht waren es rund 11 Prozent, die der DAX bis dahin verloren hatte. Doch dann glomm tatsächlich noch ein Fünkchen Hoffnung auf:

Noch ist nicht aller Tage Abend

Nachbörslich drehten die Kurse noch einmal richtig auf und schoben den DAX wieder deutlich über 9.600 Punkte. Diesen Schwung konnte der Index in den heutigen Tag mitnehmen und das gestern Abend erreichte Niveau knapp unterhalb der 9.700er-Marke bis zum Mittag auch ähnlich solide verteidigen wie die deutsche Defensive im gestrigen Gruppenspiel das torlose Unentschieden gegen den polnischen Gegner. Damit haben sich die beiden Nachbarstaaten alle Chancen für das Achtelfinale offen gehalten, und auch der DAX ist noch im Wettbewerb: Sollte sich die Aufwärtstendenz über den heutigen großen Verfallstag hinweg fortsetzen und der Index – idealerweise per Schlusskurs – zumindest die 9.800er-Hürde wieder erreichen bzw. überbieten, dann könnte schon einmal von einer Stabilisierung gesprochen werden. Die Frage wird daher sein, ob und wie weit ein möglicher BREXIT in den kommenden Sitzungen bereits eingepreist sein könnte oder ob es, vorausgesetzt die Briten verlassen tatsächlich die Europäische Union, zu den befürchteten Folgen für die Märkte kommen wird. Vielleicht wird ja auch in diesem Fall alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Das Thema „Zinserhöhung in den USA im Juni“ hat sich in dieser Woche schließlich auch ganz unauffällig und beinahe von selbst erledigt!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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Bildquelle: dieboersenblogger.de / Prime Quants


2 KOMMENTARE

  1. Wenn sie wollen sollen sie endlich raus aus der EU. Die bekommen schon zu viele Extra-Würste.

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