Volksbanken kritisieren Unternehmensanleihekäufe der EZB scharf

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Ab dem kommenden Mittwoch wird die Europäische Zentralbank nicht mehr nur Staatsanleihen, sondern auch Unternehmensanleihen aufkaufen. Im Rahmen des Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) sollen neben den bereits angekauften Staatsanleihen auch Anleihen von Unternehmen erworben werden. Das Volumen beträgt 80 Mrd. Euro pro Monat. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht darin mehr Nachteile als Vorteile.

„Der Kauf von Unternehmensanleihen wird einen kaum messbaren Beitrag zur Erfüllung des Preisstabilitätsziels leisten, erhöht aber die schädlichen Nebenwirkungen der ultralockeren Geldpolitik erheblich“, kritisiert BVR-Präsident Uwe Fröhlich die EZB-Maßnahmen.

Für mittelständische Unternehmen, die nicht kapitalmarktfähig sind, entsteht ein Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu Großunternehmen. Die Finanzierung über Schuldverschreibungen ist für 99 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen kein relevanter Finanzierungsweg. Dies zeigt auch die Anfang Juni veröffentlichte Umfrage der EZB zur Mittelstandsfinanzierung. Von Nachteil sind die Anleihekäufe auch für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte. Die ohnehin bestehende Verknappung von zinstragenden Anlagen werde so weiter verstärkt.

Signifikante Auswirkungen auf die Realwirtschaft durch die Anleihekäufe der EZB erwartet der BVR nicht. Selbst in den wirtschaftlich schwächeren Ländern wie etwa Italien ist der Finanzzugang nicht mehr der wesentliche Hinderungsgrund für ausbleibende Investitionen. Wichtigere Probleme sind für die Unternehmen nach der Befragung der EZB die schwache Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, der intensive Wettbewerb und hohe Produktions- und Arbeitskosten. Auf diese Faktoren hat die Geldpolitik der EZB jedoch keinen Einfluss.

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