Zeit zum Ernten?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Aktienmärkte gaben frische Kaufsignale, zeigen eine durchgängig positive Markttechnik. Jetzt ist es wichtig, quasi „auf den Händen zu sitzen“, also nicht zu früh aufgelaufene Gewinne zu realisieren.

Denn das Potential ist sowohl für die nächsten Wochen, wie auch über die nächsten 12 bis 18 Monate beträchtlich. Insgesamt scheint es uns so, dass die Stabilität der Konjunktur unterschätzt, aber Risiken und Gefahren eher überschätzt werden. So wird es natürlich auch keinen Brexit geben, denn die Briten werden sich kaum selber das Wasser abgraben, ihre Jobs riskieren. Aber das nur am Rande, dieses Thema wird in 6 Wochen schon vergessen sein. Wer jedoch auf die Abstimmung wartete/wartet, dürfte sich anschließend schon viel höheren Kursen gegenüber sehen – so ist es fast immer, die Märkte nehmen das Ereignis vorweg, sobald es wahrscheinlich wird.

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Deshalb sind wohl auch viele Marktteilnehmer unterinvestiert. Man positionierte sich für einen „Sommer der Schocks“. Dies zeigt auch die abgebildete Grafik aus der Merrill Lynch-Umfrage bei in Europa anlegenden Fonds-Managern: Die Übergewichtung von Cash liegt mit 37 % relativ hoch. Bei solch hohen Liquiditätsquoten erfolgte stets früher oder später eine Aufwärtsbewegung. Und das scheint auch dies Mal der Fall zu sein.

Folglich dürften die meisten nun von der Rallye überrascht worden sein. Und genau dies wird die Aufwärtsbewegung auch weiterhin unterstützen. Die Untergewichtung bringt nun nämlich gerade die Profis in Zugzwang. Ob vom Anstieg überzeugt oder nicht, viele Verwalter von Anlagen werden an einer Benchmark, einer Messlatte, meist ein Index, gemessen. Steigt dieser Index aber an und man ist zu stark unterinvestiert, verliert man zu viel Performance auf die Benchmark, was man sich meist nicht leisten kann. So entsteht nachhaltiger Kaufdruck, denn die Käufe der Unterinvestierten lassen die Kurse weiter steigen, was noch mehr Marktteilnehmer in Zugzwang bringt. Das läuft so lange, bis die Cash-Quoten allgemein heruntergefahren sind oder ein externes Ereignis für fallende Kurse sorgt und so den Druck vom Kessel nimmt. Dieses Phänomen sollte also noch einige Wochen anhalten. Und sollten die latenten Gefahren (diese gibt es fast immer, bieten ja erst die guten Kaufchancen – wenn alles rosarot aussieht wie z.B. im April 2015 sind die Kurse meist „oben“) sich nicht manifestieren und die Konjunktur stabil bleiben oder gar positiv überraschen, wird sich eine Hausse ergeben, die mindestens bis Mitte 2017 reichen wird.

HaackEin Gastkommentar von Hans-Jürgen Haack

Er ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und verfügt über 30 Jahre Börsenerfahrung. Er war von 1989 bis inkl. 2010 bei der Firma Bernecker als Derivatespezialist angestellt und dort u.a. für die Derivate-Briefe „AB-Tradings“ und „Die Termin-Börse“ verantwortlich.

Kurzfristige Analysen inkl. konkreter Empfehlungen lesen Sie im täglichen Börsenbrief HAACK-DAILY unter www.haack-boersenbrief.de. Dazu gibt es den kostenlosen Newsletter „HAACK-WEEKLY“.

Bildquelle: Hans-Jürgen Haack / dieboersenblogger.de


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