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Schlussgong: Wechselhafte Börse – Griechenland-Hilfe stützt, mögliche Zins-Erhöhung drückt die Stimmung
10. Februar 2010 von Rolf Morrien | kein Kommentar
Die “Erleichterungs-Party” als Reaktion auf die mögliche EU-Hilfsaktion für Griechenland ging heute zunächst weiter. Bereits morgen soll beim EU-Ratstreffen eine Vorentscheidung fallen. Die Märkte sind sich sicher: Die EU wird den Griechenland-Brand mit Finanzmitteln löschen.
Die Partystimmung wurde jedoch am Nachmittag gestört. Auslöser waren Kommentare des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke. Bernanke hat zum ersten Mal etwas konkreter geschildert, wie die amerikanische Notenbank nach Beendigung der Krise die Liquidität aus dem Markt ziehen könnte. Zu den Maßnahmen gehören natürlich auch Zins-Erhöhungen.
Mögliche Zinserhöhung sorgt für Ernüchterung
An den Aktien- und Rohstoffmärkten sorgten diese Kommentare für einen Stimmungswechsel. Wenn das Geld nicht mehr so billig ist, müssen Geldanlagen genauer kalkuliert werden. Das wäre das Ende der Liquiditätshausse, die 2009 die Aktien- und Rohstoffkurse nach oben getrieben haben.
Diese Aussicht sorgte dafür, dass nach Bernankes Rede die Kursgewinne zu einem großen Teil ausgelöscht wurden. Die meisten Aktienindizes und Rohstoffe notieren jetzt wieder auf dem Vortagesniveau.
Viele Worte, wenig Taten
Beide Einflussfaktoren, die Hoffnung am Vormittag auf die Griechenland-Hilfe und die Bernanke-Kommentare am Nachmittag, sind im Prinzip nur heiße Luft. Über die mögliche Griechenland-Hilfe habe ich bereits gestern hier im Schlussgong ausführlich geschrieben.
Der amerikanische Notenbank-Chef hat zwar heute in seiner Rede die Instrumente aufgezählt, mit denen die überschüssige Liquidität aus dem Markt wieder abgesaugt werden kann. Gleichzeitig hat Bernanke aber mehrfach betont, dass es sich nicht um kurzfristige Pläne handelt. Die Notenbank will erst dann auf die Bremse treten, wenn der Konjunkturmotor in den USA wieder rund läuft.
Die US-Regierung wird für die Politik des billigen Geldes kämpfen
Bei einer offiziellen Arbeitslosenquote von 10% und einer inoffiziellen Quote von 17% ist die US-Wirtschaft aber noch weit von einem Aufschwung entfernt. Die von den Wählern zuletzt abgestrafte US-Regierung wird daher für eine lockere Geldpolitik als Schmiermittel für die Wirtschaft kämpfen.
Wenn die US-Regierung starken Druck auf die Notenbankmitglieder ausübt, könnte eine spürbare Zinserhöhung sogar in das nächste Jahr verschoben werden. Die Spekulanten können daher aufatmen: Das billige Geld bleibt ihnen vorerst erhalten.
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Info zum Beitrag
geschrieben am Mittwoch, den 10. Februar 2010 um 20:28 Uhr
Kategorien: Heard in New York
Tags: EU, Euro, Eurozone, Griechenland, Maastricht, Staatsanleihen, Staatsbankrott, Staatshilfe, Staatsverschuldung







