Ein höchst emotionales Referendum

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der Tag der Entscheidung, des Referendums über die Frage, ob Großbritannien in der EU verbleiben oder diese verlassen soll (Brexit), rückt näher, und die Umfragen dazu haben sich in den vergangenen Tagen deutlich verändert. So ergibt sich etwa bei der übergreifenden Befragung („Poll of Polls“) der Financial Times nunmehr eine Mehrheit von 46 Prozent von EU-Freunden gegenüber 40 Prozent EU-Gegnern – 13 Prozent der Befragten sind jedoch immer noch unentschieden.

Wie ich bereits an anderer Stelle erläutert habe, zeigte sich zwischen den Telefon- und den Internet-Umfragen (vgl. politicalbetting.com) ein deutlicher Unterschied. Während bei ersteren das REMAIN-Camp deutlich in Führung lag, ist das Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern eines Brexit im Cyberspace noch nicht so klar entschieden.

Interessanterweise lassen sich gerade unter den jüngeren Wählern viele EU-Befürworter finden, während sich bei den Älteren – zuletzt jedoch mit sinkender Tendenz – deutlich mehr EU-Gegner finden. Dies mag auf den ersten Blick im Widerspruch dazu stehen, dass bei den Internet-Umfragen das Brexit-Rennen noch nicht entschieden scheint. Denn normalerweise würde man gerade den jüngeren Wählergruppen eine starke Affinität zum Cyberspace bestätigen, während Telefonumfragen deutlich mehr ältere Bürger erfassen und demnach mehr EU-Gegner aufweisen sollten.

Brexit-Befürworter leidenschaftlicher

Eine Erklärung lässt sich vielleicht in der möglichen Wahlbetei­li­gung der Briten beim Referendum finden. Nicht nur, dass mehr als 80 Prozent der über 55-jährigen versprachen, tatsächlich auch am 23. Juni zur Wahl zu gehen, während das Interesse bei den 18 bis 24-jährigen gerade einmal bei gut 20 Prozent liegt…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.

Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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