Before the Bell: ThyssenKrupp stützt DAX, China belastet US-Futures deutlich

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Die deutschen Aktienmärkte orientieren sich zum Wochenausklang nur wenig an den guten Vorgaben der Wall Street und aus Japan. Für Besorgnis sorgen Meldungen aus China, wonach die chinesische Zentralbank die Mindestreservesätze zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöht. Mit diesem Mittel versucht die Zentralbank die Kreditblase im Land langsam abzulassen, da Banken nun mehr Eigenkapital bei der Zentralbank hinterlegen müssen und so auch weniger Kredit vergeben können. Am Markt sorgt dies nicht überall für Zustimmung, wenngleich aus rein chinesischer Sicht absolut verständlich. Daneben bleiben aber die Probleme Griechenlands weiter das bestimmende Thema in Europa. Nachwievor ist man hier von einer nachhaltigen Lösung weit entfernt. Zudem wird mit Argwohn auf die jüngsten BIP-Daten zum vierten Quartal geschaut. Eine ins Stocken geratende Wirtschaft passt nicht so recht zum generellen Optimismus im Markt.

ThyssenKrupp kann positiv überraschen

Für Überraschung sorgte heute der Stahlriese ThyssenKrupp. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 konnte man nämlich nach drei Verlustquartalen wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dabei stieg der Gewinn vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 313 Mio. Euro. Die Erwartungen hatten bei durchschnittlich 110 Mio. Euro gelegen. Das EPS verschlechterte sich i. Ü. um 1 Cent auf 35 Cent, wobei auch hier die Erwartungen um mehr als das Doppelte übertroffen wurden. Der Umsatz ging um 19 Prozent auf 9,4 Mrd. Euro zurück, was wiederum rund eine halbe Milliarde unter den Erwartungen lag. Angesichts dieser Zahlen gabs sich Konzernchef Ekkehard Schulz auch optimistisch: „Es ist unser Ziel, den Konzern, so schnell es das gesamtwirtschaftliche Umfeld erlaubt, auf seinen profitablen Wachstumskurs zurückzuführen und kontinuierlich mehr Wert zu schaffen. Wir streben dazu mittelfristig einen Umsatz von 50 – 60 Mrd € an. Das entspricht einem Ergebnisziel vor Steuern von über 4 Mrd €. In der Vergangenheit haben wir gezeigt, dass wir diese Größenordnung bei Umsatz und Ergebnis erreichen können.“ Für das Geschäftsjahr 2009/10 geht der Konzern von einer Stabilisierung des Umsatzes aus. Bei der Ergebnisentwicklung wird aufgrund der eingeleitenden Kostensenkungsprogramme eine signifikante Verbesserung hin zu einem wieder positiven Ergebnis erwartet.

Alles in allem ist ThyssenKrupp damit ein Paukenschlag gelungen. Trotz Wirtschaftskrise, sinkenden Umsätzen und Auftragseingängen kann der Konzern seine Ergebniskraft halten. Zwar ist die Bewertung auf Basis der aktuellen Gewinnzahlen schon angemessen, auf Basis der Erwartungen für das kommende Geschäftsjahr ist aber ein KGV von unter 10 als billig zu bezeichen. Insofern dürfte die Aktie – von Schwankungen die dem Umfeld geschuldet sind – ihren Aufwärtstrend fortsetzen und vielleicht ihre alte Kursstärke von über 40 Euro zurückgewinnen. Heute jedenfalls kann die ThyssenKrupp-Aktie mit Zugewinnen von über 2 Prozent den DAX deutlich stützen.

China belastet US-Futures deutlich

Der Wochenschluss an der Wall Street mal wieder im Zeichen wichtiger Konjunkturdaten. Mit Spannung wartet man hier auf die Verbraucherstimmung der Uni Michigan für Februar. Bei den Quartalszahlen herrscht heute ja eher Zurückhaltung vor. Die US-Futures notieren derweil angesichts der Nachrichten aus China deutlich schwächer. Der S&P500 verliert 0,7 Prozent und der NASDAQ gibt 0,8 Prozent nach. Der DAX in Frankfurt kann wiederum 0,2 Prozent auf 5.513 Punkte zulegen.


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