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Amerika wählt: Wie reagiert die Wall Street?

Am 20. Januar 2009 kam Barack Obama als 44. US-Präsident ins Weiße Haus. Im Januar 2017 wird er nach einer durch die Verfassung auf zwei Amtszeiten begrenzten Präsidentschaft abgelöst. Jeder fragt sich nun, wer der 45. Präsident wird. Gewählt wird bereits am 8. November 2016. Und das schon zum 58. Mal in der Geschichte.

Natürlich wollen Investoren weltweit ebenfalls möglichst frühzeitig erfahren, wer in den kommenden vier oder vielleicht sogar acht Jahren der mächtigste Mensch der Welt sein wird. Wenn man es sich einfach machen will, dann nimmt man an, dass der Kandidat der Republikanischen Partei eher für die Aktienmärkte und die Wirtschaft von Vorteil ist – schließlich steht die Republikanische Partei für einen freien Markt mit dem Fokus auf Steuererleichterungen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Auf Seiten der Demokraten werden eher Themen wie soziale Gerechtigkeit und Steuererhöhungen für eine bessere Verteilung des Reichtums hochgehalten. Zudem wird immer wieder davon gesprochen, die Wall Street noch strenger zu regulieren. So einfach ist es jedoch nicht. Zumal die Auswirkungen insgesamt auf die Börsen unklar sind.

Bildquelle: dieboersenblogger.de

Reagiert die Wall Street in diesem Jahr auf die US-Präsidentschaftswahlen?

Präsidenten und die Börsen-Zyklen

Zunächst einmal lässt es sich sagen, dass die Kursperformance des breiten US-Index S&P 500 in Jahren mit einer Präsidentschaftswahl tendenziell schwächer ausfällt. Wie Analysten der Deutschen Bank jedoch festgestellt haben, hängt dies auch damit zusammen, dass Präsidentschaftswahlen einige Male in Rezessionsjahre gefallen sind, zuletzt 2008.

Wenn man einmal die Jahre mit Rezession herausrechnet, zeigt sich die Aktienmarktentwicklung kaum davon abhängig, ob wir uns in einem Wahljahr befinden oder nicht. Laut den Deutsche-Bank-Analysten hat der S&P 500 seit 1960 in Wahljahren im Schnitt 6,5 Prozent an Wert zugelegt, während in allen Jahren ein Schnitt von 7,9 Prozent erreicht wurde. Ohne 2008 lägen die Werte bei +9,1 Prozent bzw. +8,8 Prozent. Bei S&P Capital IQ ist man sogar etwas weiter in die Vergangenheit gereist, nur um ähnliche Ergebnisse zu präsentieren.

Der Einfluss der US-Politik auf die Finanzmärkte könnte ohnehin überschätzt werden. In den vergangenen Jahren konzentrierten sich Marktteilnehmer weltweit eher auf die Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken der Welt. Schließlich war es die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, der EZB oder der Bank of Japan, die die Märkte seit der Finanzkrise beruhigt und gleichzeitig für eine der längsten Aktienmarktrallyes in der Geschichte gesorgt hat. Politiker konnten also sehr viel über Strukturreformen zur Ankurbelung der Wirtschaft sprechen. Am Ende war es Anlegern jedoch offenbar wichtiger zu sehen, ob die Leitzinsen verändert oder Anleihenkaufprogramm aufgelegt werden.

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