SNB lehnt Vollgeld ab

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Bildquelle: Pressefoto Schweizerische Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank hat nun offiziell den Vorschlag abgelehnt, das Recht zur Geldschaffung allein der Notenbank zu überlassen. Das unter dem Namen “Vollgeld” bekannte Konzept stellen wir auch in unserem Buch kurz vor.

Interessant ist die Begründung der SNB. Im Prinzip übt sie nämlich keine inhaltliche Kritik am Vollgeld-Konzept, sondern verweist nur allgemein auf das Risiko, dass man nicht abschätzen könne, welche Folgen eine Einführung hätte. Ein bloßes Unbehagen in Bezug auf das bestehende Finanzsystem sei deshalb “kein hinreichender Grund für dessen radikale Umgestaltung.“

Genau dies ist nach meiner Analyse das Problem aller alternativen Geldkonzepte: Die Zusammenhänge – auch zur Realwirtschaft – sind so komplex, dass niemand weiß, was passieren wird, wenn man ein entscheidendes Rädchen verändert.

Wie in den Naturwissenschaften könnte man dem nur mit Hilfe von Experimenten auf den Grund gehen. Aber anders als dort könnten diese nicht im Labor oder an Einzelpersonen verwirklicht werden, sondern nur an einer gesamten Volkswirtschaft. Dies traut sich niemand zu.

Was bei so einem Versuch schiefgehen kann, zeigt das fehlgeschlagene Experiment mit dem Euro.

BrichtaEin Beitrag von Raimund Brichta.

Seit 1992 moderiert Raimund Brichta die tägliche „TELEBÖRSE“ auf n-tv, die älteste und populärste Börsensendung im deutschen Fernsehen.
Darüberhinaus ist der Diplom-Volkswirt als Sachbuchautor, sowie als freier Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig.
Raimund Brichta ist Träger des State-Street-Preises für Finanzjournalisten 2008.

Bildquelle: Raimund Brichta/ Pressefoto Schweizerische Nationalbank


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