Schlussgong: Flucht in den Dollar – Die Investoren retten sich auf die Titanic

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An den Börsen gab es heute teilweise die stärksten Kursverluste im noch jungen Jahr. Viele Aktienindizes verloren 2 bis 3%. Noch stärker traf es die Rohstoff- und Edelmetallmärkte. Öl, Gold und Silber verloren jeweils rund 4 bis 6%.

Meine klare Empfehlung: Speziell Silber und Gold erreichen in diesen Tagen wieder die Kauf-Zone. Wer den rasanten Anstieg 2009 verpasst hat, kann 2010 wieder günstig einsteigen. Bei Gold sind Preise von 1.000 bis 1.050 USD je Unze attraktiv, Silber ist bei 15 USD je Unze ein klarer Kauf.

Es klingt paradox, aber der Grund für den heutigen Kursabsturz der Edelmetalle wird langfristig zu stark steigenden Preisen führen. Dazu später mehr.

Arbeitsmarktdaten und Staatsverschuldung belasten

Heute wurden die Märkte gleich von 2 Seiten unter Druck gesetzt: Zum einen belasteten schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt. Das löste neue Konjunktursorgen aus. Zum anderen taucht in den Medien immer öfter ein neues Ratespiel auf: Welcher EU-Staat ist zuerst pleite?

Wie gestern im Schlussgong geschrieben, ist Griechenland noch der Top-Favorit. Heute wurden aber 2 „Geheimfavoriten“ ins Spiel gebracht: Spanien und Portugal.

Wirklich neue Nachrichten gibt es dazu nicht. Die Probleme sind lange bekannt. Und wie gestern hier im Schlussgong analysiert: Eine positive Lösung des Problems ist auch nicht in Sicht. Im Prinzip hilft nur die Hoffnung auf den Konjunkturaufschwung.

US-Dollar alles andere als ein „sicherer Hafen“

Obwohl das Thema nicht neu ist, wird es an der Börse plötzlich hoch gehandelt. Die Investoren verkaufen Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle und flüchten wieder einmal in den „sicheren Hafen“ USD. Für 1 Euro erhalten Sie aktuell nur noch 1,37 USD. Vor 2 Monaten waren es noch mehr als 1,50 USD.

Diese Flucht in die US-Währung trägt fast schon tragische Züge: Die Investoren flüchten von der Titanic und retten sich auf die Titanic II.

Lage der US-Staatsfinanzen dramatisch schlecht

Ich will keine ausführliche Währungsanalyse veröffentlichen, aber hier doch ein paar Zahlen, die verdeutlichen, dass der Vergleich mit der sinkenden Titanic ganz gut passt.

Die USA rechnen im laufenden Haushaltsjahr mit einem Defizit von 1,56 Billionen USD – das höchste Defizit aller Zeiten. Damit Sie die Summe einordnen können: Das sind rund 10% der gesamten US-Wirtschaftsleistung. Das hat fast Griechenland-Format.

Kalifornien: Die Bombe im US-Dollar-System

Und es kommt noch schlimmer. Einigen US-Bundesstaaten geht es relativ gut. Das heißt aber auch: Anderen Staaten geht es richtig dreckig. Denken Sie nur an Kalifornien. Dort musste schon eine Art Notgeld gedruckt werden. Kalifornien ist aber nicht nur der bevölkerungsreichste Bundesstaat in den USA, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum. Wenn Kalifornien ein eigenständiger Staat wäre, würde Kalifornien zu den 10 größten Wirtschaftsmächten der Welt zählen.

Wenn Griechenland in der EU wackelt, ist das ein Problem, wenn aber Kalifornien in den USA wackelt, ist das eine wirtschaftliche Katastrophe. Das heißt: Wer als Investor aufgrund der Griechenland-Krise Positionen in Europa verkauft und das freie Kapital in den USA „parkt“ – vielleicht sogar in US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren – kommt vom Regen in die Traufe.

Da ich persönlich die Kalifornien-Krise höher gewichte als die einzelnen Länder-Krisen in der EU, würde ich sogar den Euro in einem internationalen Depot leicht übergewichten.

Euro und US-Dollar in der Krise: Schichten Sie in Sachwerte um

Das große Aber: Langfristig erzielt man als Anleger die größten Renditen, wenn man aus Euro und USD flieht. Es droht entweder ein Staatsbankrott oder eine Entschuldung durch eine Inflation. In beiden Szenarien verlieren Geldbesitzer (Staatsanleihen, Bargeld, feste Rentenansprüche, Lebensversicherungen).

Echte Gewinner wird es in dieser Krise kaum geben. Wer aber ein Portfolio aus Sachwerten besitzt (Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle und substanzhaltige Aktien), kann sein Vermögen retten und vielleicht sogar zu den Krisengewinnern gehören.

Diese Umschichtung muss aber nicht heute oder morgen erfolgen. Schichten Sie dann um, wenn eine Sachwerte-Anlageklasse gerade besonders günstig ist. Sie können jetzt antizyklisch in Immobilien investieren. Oder Sie nutzen – wie oben beschrieben – größere Preisabschläge bei Gold und Silber zum Einstieg. So werden aus schlechten Börsentagen langfristig sehr gute Tage.


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