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Um 10: DAX stabilisiert sich – „Sell in May and go away“ rückt näher

„Sell in May and go away“ – der saisonal schwache Börsenmonat steht vor der Tür. Wer jetzt Aktien noch kauft, geht davon aus, dass die Saisonalität in diesem Jahr nicht greift, sondern die US-Börsen ungeachtet dessen auf neue Rekordhochs steigen. In diesem Jahr beeinflusst aber neben der Saisonalität noch ein dominanter Zyklus die Börsenkurse. Es ist der Vier-Jahres-Präsidentschaftszyklus. Untersucht man den typischen Kursverlauf in einem Präsidentschaftswahljahr, bildet die Wall Street im April ein Hoch aus, um dann bis Ende Mai zu korrigieren. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Danach steigen sie fast ununterbrochen bis zum Jahresende an, neue Jahreshochs inklusive.

Heute zumindest bildet der Deutsche Aktienindex einen kleinen Boden aus. Gestern konnte ein Ausverkauf vermieden werden. Besser als erwartete Quartalszahlen aus den USA sowie Spekulationen über eine Ausweitung der Geldpolitik der japanischen Notenbank sorgen für gute Stimmung. Auch der Ölpreis ist stabil. Diese Stabilität aber ist auf Sand gebaut. Einerseits haben sich die Fundamentaldaten nur leicht aufgehellt. Nicht die Verhandlungen in Doha, sondern vor allem die Schwäche des US-Dollars sorgen für feste Ölpreise. Schaut man in die Handelsbücher der Öl-Börsen, sind dort zuletzt Rekordwetten auf steigende Ölpreise aufgebaut worden. Vor wenigen Wochen wetteten Anleger noch mit Rekordsummen auf sinkende Ölpreise. Die Spekulanten haben von der einen Seite des Bootes auf die andere gewechselt – wieder eine Übertreibung.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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