Schlussgong: Dank Staatshilfe – Sommerurlaub 2010 in Griechenland

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[ad#Google Adsense L-rechts]Die Erholung an den Aktienmärkten wurde heute – zumindest in Europa – wieder unterbrochen. Die europäischen Indizes lagen lange Zeit leicht im Plus, doch dann sorgten negative Vorgaben von der Wall Street für Kursabschläge.

Allerdings kann sich die Ausgangslage schnell wieder ändern. Die US-Indizes haben das Tagestief überwunden und schaffen aktuell teilweise sogar den Sprung in die Gewinnzone. Ein klarer Trend sieht anders aus.

Griechenland-Krise belastet die Finanzmärkte

Ein Unsicherheitsfaktor, der die Stimmung noch immer drückt, ist die Griechenland-Krise. Der griechische Staat hat einen Schuldenberg von mehr als 300 Mrd. Euro angehäuft. Das akute Problem: Im Jahr 2010 braucht Griechenland rund 50 Mrd. Euro, um alte Anleihen abzulösen und um neue Haushaltslöcher stopfen zu können.

Wer soll Griechenland in diesen Zeiten 50 Mrd. Euro leihen? Das wird eng. Die Griechen betteln sogar schon um chinesische Staatsgelder. Es ist kein schöner Gedanke, dass ein EU-Mitglied finanziell von China abhängig werden könnte. Man müsste sich dann immer fragen, welche Bedingungen China für die finanzielle Hilfe gefordert und erhalten hat.

EU muss und wird helfen

Auf direkte Hilfe von den EU-Partnern kann Griechenland (vorerst) nicht bauen. Im Gegenteil: Die EU-Spitze betont immer wieder, dass die Sparbemühungen sehr intensiv kontrolliert werden. Mehr als leere Drohungen sind das aber nicht.

Realistisch betrachtet gibt es nur eine Option: Wenn die finanzielle Situation in Griechenland eskaliert, wird die EU eingreifen. Um das Gesicht halbwegs zu wahren, wird es wahrscheinlich keine direkten Finanzhilfen geben. Die EU verfügt jedoch über ausreichend Möglichkeiten, Gelder aus dem Haushalt relativ unauffällig Richtung Griechenland zu schieben.

Falls der Kapitalmarkt Griechenland nicht mehr mit Geld versorgen will und neue griechische Staatsanleihen Ladenhüter bleiben, gibt es ebenfalls passende Instrumente. Denkbar sind zum Beispiel EU-Anleihen. Dann nimmt nicht mehr ein einzelnes Land Geld am Markt auf, sondern die Gemeinschaft der EU-Staaten. Wer dann wie haftet, muss noch geklärt werden, aber es gibt mit Sicherheit Notfallpläne in der Schublade.

Staatsbankrott würde auch Deutschland schwer treffen

Aber was sind die Alternativen? Einige radikale Gegner von Hilfsaktionen übersehen die Vernetzung. Wenn Griechenland über Nacht die EU verlassen müsste und einen Staatsbankrott verkündet, würden Kreditforderungen in Höhe von über 300 Mrd. Euro plötzlich wertlos.

Das hätte auch für Deutschland dramatische Auswirkungen. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich besaßen deutsche Banken Ende 2009 griechische Staatsanleihen im Wert von rund 30 Mrd. Euro. Ein Beispiel: Die verstaatlichte Hypo Real Estate hatte vor einiger Zeit griechische Anleihen im Wert von 4,5 Mrd. Euro in den Büchern. Der aktuelle Bestand ist unbekannt. Das Geld wäre bei einer Staatspleite verbrannt. Der deutsche Steuerzahler wäre der Verlierer.

Aber nicht nur die deutschen Banken, auch Versicherungen und Privatanleger besitzen die einst so beliebten griechischen Staatsanleihen. Insgesamt könnte das Gesamtvolumen bei etwa 50 Mrd. Euro liegen. Das Geld wäre bei einer Griechenland-Pleite verloren.

Hoffnung auf Konjunkturaufschwung

Wenn wir die Lage realistisch betrachten, werden wir auf jeden Fall verlieren: Entweder erhält Griechenland von der EU finanzielle Hilfe (das bezahlen die Steuerzahler in der EU), oder die Banken, Versicherungen und Privatanleger verlieren ihr Geld durch einen Staatsbankrott. Es geht im Prinzip nur noch um die Frage, wie der Schaden möglichst niedrig gehalten werden kann.

[ad#Google Adsense M-links]Die einfachste Lösung: Ein Konjunkturaufschwung beflügelt die griechische Wirtschaft und sorgt für eine sinkende Neuverschuldung und wachsende Staatseinnahmen.

Griechenland-Urlaub als angenehmste Form der Hilfe

Ein nicht ganz ernst gemeinter Tipp zum Abschluss: Wenn wir auf jeden Fall bluten müssen, können wir auch unseren nächsten Urlaub in Griechenland verbringen und vor Ort die Wirtschaft ankurbeln. Ein herrliches Urlaubsland ist Griechenland auf jeden Fall!


2 KOMMENTARE

  1. Zur Euro-Stabilisierung: Erhält Griechenland staatliche Hilfe aus deutscher Hand?…

    Seit Wochen geistert die Angst vor einem Bankrott Griechenlands durch die Währungszone des Euro. Der US Dollar gewinnt dabei an Fahrt, während der Euro immer wieder Schwächen zeigt. Die Währung, die sich aufgemacht hatte, dem US Dollar den Rang abzulau…

  2. Meiner Meinung nach ist die Schlussfolgerung nicht richtig. Wer jahrelang Zahlen frisiert, aber in Wirklichkeit den Stabilitätspakt mit Füßen tritt, muss auch mit Konsequenzen rechnen.
    Griechenland hat seine Misere selbst verschuldet. Die meiner Meinung nach einzig logisch Konsequenz dafür ist der Ausschluss aus der Währungsunion und die Rückkehr zur eigenen Währung samt Abwertung selbiger.
    Es waren Investmentbanken, die Griechenland halfen die reale Finanzlage zu verschleiern. Es sollten endlich auch mal Banken sein, die für ihre Entscheidungen die Verantwortung übernehmen sollten.

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