Before the Bell: DAX kann sich über 5.700er Marke halten, US-Futures etwas leichter

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Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich auch zur Wochenmitte stabil. Der DAX hält sich angesichts guter Vorgaben beharrlich über der 5.700er Marke, was charttechnisch nicht unwichtig ist. Von der Konjunkturfront kommen dabei wenigstens keine belastenden Nachrichten. Wie Eurostat mitteilte, blieb das Absatzvolumen des Einzelhandels im Dezember 2009 gegenüber November 2009 in der Eurozone (EZ16) stabil und fiel in der gesamten Union (EU27) um 0,1 Prozent. Die Krise lugt eben doch immer irgendwo hervor.

Neben den harten Fakten aus der Vergangenheit blickt man heute auch verstärkt in die Zukunft und zwar in die von Athen. Denn heute hat die EU-Kommission entschieden, wie es mit Griechenland angesichts der katastrophalen Staatsfinanzen weiter gehen soll. So hat Griechenland nun bis 2012 Zeit, um das Staatsdefizit unter das Maastricht-Kriterium von 3 Prozent zu drücken. Der dazu geplante Entschuldungsplan sieht massive Einschränkungen hervor, wobei noch offen ist, ob die demonstrationsfreudigen Griechen das alles so mitmachen. Nun werden die kommenden Wochen zeigen, ob zur Krise der Finanzen nicht auch noch eine politische Krise dazukommt.

GESCO trotzt der Krise, Talsohle durch­schritten

Nicht nur an der Wall Street, nein auch in Deutschland befinden wir uns mitten in der Berichtssaison. Heute stand u.a. ein interessanter Nebenwert auf der Agenda: Die im SDAX notierte Beteiligungsgesellschaft GESCO. Das Wuppertaler Unternehmen konnte trotz der schweren Rezession in Deutschland und in vielen Export-Märkten sowohl im dritten Quartal als auch im gesamten Neunmonatszeitraum des Geschäftsjahres 2009/10 (01.04.2009 – 31.03.2010) deutlich profitabel arbeiten. Ausführliche Zahlen findet man in der Pressemitteilung.

Besonders interessant sind die Aussagen von GESCO-Vorstand Dr. Hans-Gert Mayrose zur weiteren Entwicklung: „Im dritten Quartal war eine gewisse Belebung der Geschäftstätigkeit zu verzeichnen, die sich im vierten Quartal fortsetzen dürfte. Dies bestärkt uns in dem Eindruck, dass der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung durchschritten ist.“ Daher werden auch die im letzten Sommer genannten Planzahlen bekräftigt. So wird weiterhin ein Konzernumsatz zwischen 280 Mio. € und 310 Mio. Euro, ein Konzernjahresüberschuss nach Anteilen Dritter zwischen 7 Mio. Euro und 10,5 Mio. Euro sowie ein Ergebnis je Aktie zwischen 2,31 Euro und 3,47 Euro erwartet. An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die GESCO-Aktie gewinnt mehr als ein Prozent. Mit solchen Zahlen im Schlepptau dürfte auch mittelfristig eine Rückkehr zu Kursen von über 50 Euro machbar sein. Zumal auch die aktuelle Dividendenrendite – legt man die 2,50 Euro des Vorjahres zu Grunde, was angesichts der Prognose durchaus gerechtfertig wäre – mit über 6 Prozent sehr attraktiv ist.

Electrolux enttäuscht Erwartungen: Kurssturz!

Der Verlierer des Tages ist heute Electrolux. Der schwedische Hersteller von Haushaltsgeräten hat zwar im vierten Quartal einen Gewinn erzielt, aber dennoch die Markterwartungen klar verfehlt. Angesichts von deutlichen Kostensenkungen und der US-Markteinführung von Eigenmarken erzielte man einen Nettogewinn von 664 Mio. Schwedische Kronen. Im Vorjahr hatte man einen Verlust von 474 Mio. Schwedischen Kronen erzielt. im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich im Berichtszeitraum um 1,6 Prozent auf 28,22 Mrd. Schwedischen Kronen. Während der weltweite Branchenführer selbst von einer der besten Electrolux-Bilanzen überhaupt spricht, sieht dies der Markt ganz anders. Hier werden die Zahlen mit zweistelligen Kursabschlägen quittiert. Nach dem Krisenjahr 2008 waren die Erwartungen für 2009 einfach deutlich zu optimistisch. Ganz so schnell kommt eben auch ein Marktführer nicht aus dem Tal der Tränen zurück. Aktuell verliert die Electrolux-Aktie in Frankfurt mehr als 10 Prozent.

Quartalszahlensaison geht weiter, US-Futures etwas leichter

Und auch am Mittwoch stehen in den USA jede Menge Quartalszahlen auf der Agenda. Mit Spannung schaut man dabei auf die nachbörsliche Veröffentlichung der Cisco-Zahlen. Aber auch die Zahlen der Schnellrestaurant-Kette YUM! Brands dürften genau analysiert werden. Auf Konjunkturseite stehen der ADP-Arbeitsmarktbericht für Januar sowie der ISM Dienstleistungsindex für Januar an. Die US-Futures zeigen sich aktuell etwas leichter. Der S&P500 verliert 0,1 Prozent, während der NASDAQ 0,2 Prozent nachgibt. In Frankfurt notiert der DAX bei 5.711 Punkten kaum verändert.


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