Geht doch!

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Na also, wer sagt es denn – es geht doch! Die Chinesen verzeichnen erstmals seit Juni 2015 wieder steigende Exportzahlen. Um 11,5 Prozent legten die Ausfuhren aus dem Reich der Mitte zu, das war der größte Anstieg seit über einem Jahr! Gut, wie belastbar diese Zahl tatsächlich ist, vermag niemand so recht zu beurteilen, aber hey – nachdem mo-na-te-lang der Niedergang der chinesischen Konjunktur beklagt und von teils heftigen Kursverlusten rund um den Globus begleitet wurde, ist das nun wohl wirklich endlich mal ein Grund zur Freude! Zumindest die Anleger zeigten sich entzückt von diesen überraschend positiven Nachrichten aus Fernost. Zur Wochenmitte jedenfalls verbuchten die Indizes insbesondere in good old Europe satte Kursgewinne und eroberten so verloren gegangenes Terrain zurück. Der DAX beispielsweise kletterte zum ersten Mal seit dem 31. März und damit erstmals im April über die 10.000er-Marke. Und mehr noch – sogar per Schlusskurs notierte das Börsenbarometer über der psychologisch so wichtigen Barriere! Das heißt:

Kurve gekriegt!

Damit hat der deutsche Leitindex tatsächlich die Kurve gekriegt und die negativen Tendenzen der Vorwoche ausradiert. Auf dem Parkett darf wieder geträumt werden, und zwar von weiteren Kurssteigerungen. Die Rahmenbedingungen dafür sind jedenfalls vielversprechend, denn neben den positiven Konjunkturmeldungen aus China leisteten auch zwei weitere Market Mover Schützenhilfe – der Euro gab in der laufenden Woche deutlich nach und rutschte zuletzt unter 1,13 US-Dollar auf ein neues Monatstief ab, Rückendeckung für die exportlastigen deutschen Werte! Auch vom Ölpreis kam Unterstützung: Nachdem Berichte über eine geplante Reduzierung der Fördermengen die Runde machten, kletterte der Preis für Rohöl auf neue Jahreshöchststände, Treibstoff für weitere Anstiege an den Aktienmärkten! Und genau die ließen in der Folge nicht lange auf sich warten – der Dow Jones, in den vergangenen Wochen immer wieder wichtiger Taktgeber für die deutschen Märkte, markierte ein Jahreshoch nach dem anderen (aktuell: 17.962,10, erzielt am gestrigen Donnerstag). Angst vor der nächsten Zinserhöhung? Come on! Durchwachsene Quartalsberichte? Who cares! Von so viel Dynamik sollte sich jetzt der DAX nur bitte eine ordentliche Scheibe abschneiden, denn da besteht noch Nachholbedarf:

Vorbildfunktion

Das bislang einzige Jahreshoch 2016 erzielten die deutschen Blue Chips am 4 Januar bei 10.485,91 Punkten, das ist nicht nur schon eine Weile her, auch der aktuelle Abstand ist mit -4,26 Prozent durchaus noch deutlich. Auch in Sachen Jahresperformance hat der US-Leitindex die Nase vorn: ein Plus von 2,88 Prozent beim Dow Jones steht ein Minus von 6,38 Prozent für den DAX gegenüber. Ein besseres Vorbild für das deutsche Börsenbarometer lässt sich derzeit kaum finden, und bislang sieht es ja auch ganz danach aus, als ob der DAX dem US-Pendanten folgen würde. Aus technischer Sicht stehen die Ampeln dafür ebenfalls auf Grün: Der Sprung über die 10.000er-Marke und an die 10.100er-Hürde heran hat den Index zurück in den vormaligen Aufwärtstrendkanal katapultiert. Die nächsten Kursziele stellen sich somit automatisch auf die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 10.300 Punkten verläuft. Dass sich davor noch ein nicht unwesentlicher Widerstand in Form der März-Tops und einer Volumenkante befindet, den die Blue Chips zunächst überwinden müssten, sei an dieser Stelle schon einmal vorsorglich erwähnt. Dass dies heute geschieht, ist auch angesichts der kleinen Verschnaufpause, die sich der DAX nach den jüngsten Anstiegen gönnt, wenig wahrscheinlich. In den kommenden Sitzungen könnte es allerdings schon bald weiter nach oben gehen, der erste Schritt dafür ist jedenfalls schon mal gemacht!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Hoffmann von Prime Quants

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