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DAX & Co – Laufen Investoren die Kurse weg?

Um mehr als 1.000 Punkte konnte der DAX in den letzten Wochen bereits zulegen. Ist es höchste Zeit, auf einen neuen Bullenmarkt zu wetten? Oder ist man gar schon zu spät dran?

Im April vergangenen Jahres hat der DAX sein bisheriges Bullenmarkthoch gesehen und notiert trotz der Gewinne in den vergangenen Wochen immer noch ca. 20 % unterhalb des Hochs. Bedingt durch diese Rally steigen die Chancen, einen Boden ausbilden zu können. Wer will, findet genug Argumente, in den Markt einzusteigen. Aber ist dies jetzt ein guter Zeitpunkt oder ist es vielleicht sogar schon zu spät? Immerhin notiert der Index schon wieder über 1000 Punkte über seinem Tief?

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Eine systematische Marktanalyse

Vor diesem Hintergrund habe ich wieder einmal den Computer angeschmissen und mir die Frage gestellt, wie es systematisch bei den im DAX gelisteten Aktien aussieht. Maßstab für eine Bewertung dieser ist ein im von mir betreuten Ausbildungspaket entwickelter, vollautomatischer Tradingansatz. Bei diesem handelt es sich um einen mittelfristigen Ansatz, mit dem Ziel, eine klassische Buy & Hold Taktik zu schlagen. Dies wird erreicht, indem man in schwierigen Phasen, den Abwärtstrends, möglichst nicht investiert ist bzw. in solchen Phasen keine neuen Positionen eingeht, bis der Trend wieder nach oben gerichtet ist.

Wie Sie anhand der folgenden Performancekurve sehen, ist dies relativ gut gelungen. Gerade in den letzten 15 Jahren war der Markt sehr volatil, was den einen oder anderen deutlichen Rücksetzer im DAX nach sich zog. Die Taktik selbst braucht ebenfalls eine gewisse Zeit, um zu reagieren, konnte die Schwankungen jedoch im Rahmen halten. Zudem handelt es sich bei vielen Rücksetzern „lediglich“ um kleiner werdende Buchgewinne, wie vor allem die sehr stabile Performancekurve ausschließlich geschlossener Trades (blau) zeigt. Hier sind kaum Rücksetzer erkennbar.

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Dies soll als Erklärung für die vorliegende Strategie, die jedem Teilnehmer im Ausbildungspaket in Gänze zur Verfügung steht, reichen. Wichtiger für diesen Artikel ist die Frage, wie das System die jüngste Rally im Markt bewertet.

Muss man bereits investiert sein?

Hier muss aus Sicht eines Investors leider argumentiert werden, dass die Rally noch nicht ausreichte, um auf der Käuferseite in Panik zu verfallen, nur weil man noch nicht groß investiert ist. Wie Sie ebenfalls im obigen Chart erkennen können, bestehen derzeit 10 Longpositionen. Nur ein Drittel aller DAX-Aktien sind systembedingt im Depot oder anders herum formuliert: in 66 % aller DAX-Aktien und damit der absoluten Mehrheit dieser, liegt kein mittelfristiges Kaufsignal vor.

Diese Erkenntnis trübt sich weiter ein, wenn wir uns die offenen Positionen einmal genauer anschauen. Von den 10 offenen Positionen wurde keine in den vergangenen Wochen oder Monaten eröffnet. Die Positionen laufen alle mindestens schon ab September letzten Jahres. Weitere, neue Signale gab es in der jüngsten Vergangenheit nicht. Investoren, die die Einstiege im letzten Jahr verpasst haben, sitzen damit seit Monaten auf dem Trockenen.

Fazit: Der Markt konnte sich in den letzten Wochen stabilisieren und damit seine Chancen auf einen Turnaround erhöhen. Bereits jetzt aber von einem neuen Bullenmarkt zu sprechen, ist verfrüht. Vor diesem Hintergrund besteht noch kein zwingender Handlungsbedarf und auch die Angst, dass einem die Kurse weglaufen, dürfte ein wenig gedämpft worden sein. Immerhin sind noch 20 DAX-Aktien an der Seitenlinie. Selbst wenn man in den 10 bestehenden Positionen nicht dabei ist, können noch eine ganze Reihe von Aktien in den nächsten Wochen potentielle Kaufsignale generieren. Es ist also noch genug Substanz vorhanden, wenn man so will.

Vor dem voreiligen Umkehrschluss, der DAX wird weiter fallen, weil das System noch nicht long ist, kann jedoch nur abgeraten werden. Die hier vorgestellte Systematik untersuchte lediglich mittelfristige Investitionschancen auf der Longseite. Die einzig zulässige Aussage besteht darin, dass jetzt noch nicht der Zeitpunkt gekommen ist, zwingend auf der Longseite agieren zu müssen.

Autor: Rene Berteit, Tradingcoach und Charttechnischer Analyst bei GodmodeTrader.de.

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Bildquelle: dieboersenblogger.de


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