Um 5: DAX will die 10.000 knacken – Hoffen auf positive Impulse durch die Fed

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Bevor die US-Notenbank in wenigen Stunden weitere Hinweise über ihren geldpolitischen Pfad geben wird, halten sich die Anleger zurück. Der Druck auf die 10.000-Punkte-Marke verdeutlicht allerdings, dass die Investoren auf den entscheidenden Impuls für einen Befreiungsschlag nach oben hoffen. Allerdings ist es sehr schwer abzuschätzen, wie die Fed sich positionieren wird, eher dovischer oder hawkischer? Die Konjunktursignale, die aktuell aus den USA kommen, könnten verwirrender kaum sein: Selbst heute, nur wenige Stunden vor der Bekanntgabe der Entscheidung der Fed zugunsten oder gegen einen erneuten Zinsanhebungsschritt.

So zeigten die Verbraucherpreise für den Monat Februar eine bessere Entwicklung als prognostiziert, die Industrieproduktion allerdings lieferte ein Warnsignal. Mit einem Rückgang um 0,5 Prozent zeigte der Ausstoß nicht nur einen größeren Einbruch als die befürchteten 0,3 Prozent, es ist gleichzeitig der vierte Monat in Folge mit einer rückläufigen Industrieproduktion. Es wäre das erste Mal seit 1952, dass vier Monate in Folge die US-Industrieproduktion fällt, ohne dass in den USA eine Rezession herrscht.

Die US-Notenbank ist damit in einer Zwickmühle. Hebt sie die Zinsen in einem solchen Umfeld an, beziehungsweise signalisiert sie einen zügigen Straffungskurs, könnte sie Sorgen der Investoren schüren, dass dies die Konjunktur unnötig belastet. Stellt sie sich wiederum allzu dovisch dar, könnte sie dafür sorgen, dass die Marktteilnehmer sich fragen, ob die Fed die US-Wirtschaftsdynamik anzweifelt.

Für den DAX ist dabei die Marktreaktion noch wichtiger als für die US-Indizes. Während die US-Notenbank weiterhin viel Spielraum hat, um bei Turbulenzen oder Schocks gegebenenfalls stützend handeln, haben die EZB und auch die Bank of Japan bereits ein massives Paket im Markt. Damit könnte sie mit leeren Taschen dastehen, wenn beispielsweise ein Brexit oder ein anderer Schock stabilisierende Maßnahmen nötig macht.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt. Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


2 KOMMENTARE

  1. Trotz Einbruch bei Bankwerten Dax Spitze?
    Ein Kollege fragte mich, nach welchen Kriterien er
    Aktien kaufen sollte? Eine schwierige Frage. Meine
    Antwort:“ Ein guter Buchwert im Verhältnis zum
    Kurswert kann ein Kaufindikator sein. Selbst das
    Verhältnis Börsenkurs pro Stück zum ausgeschütteten
    Gewinn pro Stück kann eine Messlatte sein. Mit der
    Einschränkung, dass viele gute Unternehmen den
    laufenden Gewinn zur Eigenkapitalstärkung verwenden.
    Bestes Beispiel die Deutsche Bank; bei einem Buchwert
    von 48 Euro wird der Kurs von ca. 17 fast 3 fach
    unterlegt. Der Verlust (8%) der letzten 2 Tage könnte von
    cleveren Anlegern als Dividendenabschlag gewertet
    werden und zum Zukauf genutzt werden. Banken die sich
    arm reden, sollten die Anleger im Auge behalten?
    Es gibt natürlich noch viele andere gute Banken
    mit so einem guten Kurs – Eigenkapitalverhältnis.
    Mir viel auf Anhieb keine bessere Bank ein. Beim
    Verhältnis Buchwert zum Kurswert kommt es sich auch
    auf die jeweiligen Branchen an.
    Für die Anleger könnte es auch ein Geschäft werden,
    wenn die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung macht?
    Warum? Wahrscheinlich würde die Deutsche Bank gern
    die eigenen Aktien kaufen, wenn der Rahmen nicht
    ausgeschöpft wäre? An der Börse kann nicht nur nach
    guten Fundamentaldaten gekauft werden. An der Börse
    schlägt ein anderes Herz. Lieber Kollege, die Verluste
    von heute können die Gewinne von morgen sein.

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