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Ungewöhnliche Marktindikatoren

Mitte Februar erschien in der Neuen Zürcher Zeitung ein Artikel über ungewöhnliche Marktindikatoren. Das sind Indikatoren, die über das hinausgehen, was Standardindikatoren wie Einkaufsmanagerindizes oder Arbeitsmarktdaten anzeigen.

Beispiele, so die NZZ, seien Escort-Dienstleistungen in Manhattan (optimistische Banker sorgen für mehr Nachfrage), der Wolkenkratzer-Indikator (rekordhohe Türme werden meist in Euphoriephasen geplant und in Rezessionen eröffnet), sowie der Aktienkurs des Auktionshauses Sotheby’s (Vorläufer für Boom- und Bust-Phasen). „Wer als Prognostiker unbekannte Wege finde, um einigermaßen zuverlässig Prognosen zu erstellen, werde diesen komparativen Vorteil für sich behalten“, hieß es dort abschließend.

Möglichst viele dieser Indikatoren aufzudecken und zu bewerten, ist Teil des Börsenbrief-Geschäfts. In unseren vergangenen Kolumnen haben wir den Ölpreis und sein Contango, den FANG-Index, Schneestürme, kurze Bärenmärkte und der Offshore-Yuan beschrieben und analysiert.

Wer erinnert sich noch an den TED-Spread oder die Differenz zwischen zwei- und zehnjährigen Anleiherenditen? Beide Indikatoren wurden durch die Nullzinspolitik der Fed außer Kraft gesetzt.

Heute stellen wir drei ungewöhnliche Indikatoren aus unserem Arsenal vor. Wir sind davon überzeugt, dass diese in vielen Jahren noch funktionieren werden. Der sogenannte Smart Money Flow Indikator (SMFI) misst die Differenz zwischen dem 16:00h-Kurs und dem Schlusskurs des Dow Jones Index.

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Das smarte Geld trifft etwa eine halbe Stunde nach US-Börseneröffnung eine Richtungsentscheidung. Es blieb im Januar vergleichsweise „cool“ und ließ sich nicht verrückt machen. Das Tief des SMFI war bereits am 13. Januar drin, also am achten Handelstag des Jahres. Am gleichen Tag startete der Kupferaktie Freeport-McMoran ihre Aufwärtsbewegung.

Das bisherige Jahrestief am 11. Februar (siehe Pfeil obiger Chart) wurde vom smarten Geld schon gar nicht mehr nachvollzogen.

Ein weiterer Indikator rekrutiert sich aus der Marktstatistik der New York Stock Exchange. Wenn die Zahl der neuen 52-Wochen-Tiefs eine Größenordnung von mehr als 1.000 an einem Tag erreicht (bei 3.000 an der NYSE gehandelten Aktien insgesamt), dann bedeutet dies häufig einen Hinweis auf ein wichtiges Tief.

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Am 20. Januar 2016 wurden an der NYSE 1.395 neue Tiefs gezählt (siehe Pfeil obiger Chart). Dieser Tag bezeichnete das Januar-Tief.

Schließlich nutzen wir für die Identifizierung von Hochpunkten ein modifiziertes Hindenburg-Omen. Das übliche Hindenburg-Omen basiert auf dem NYSE-Composite-Index. Dieser enthält jedoch eine große Zahl an Aktien von nicht in der Realwirtschaft operierenden Unternehmen wie Anleihen-Fonds, ETF’s und REIT’s. Im marktbreiten Russell 3000 Index sind alle an den US-Börsen notierten Standard- und wichtigen Nebenwerte vertreten.

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Im Gegensatz zum NYSE-Index wies das Russell 3000 basierte Hindenburg-Omen deutlich auf die Abwärtsbewegungen im August 2015 und im Januar 2016 hin.

Wir beobachten seit vielen Jahren eine ganze Reihe sogenannter „ungewöhnlicher Indikatoren“, analysieren Sie, ordnen sie ein und machen uns dann ein Marktbild. Wir laden Sie ein, uns eine Weile kostenlos bei unserer Arbeit zuzuschauen.

robert-rethfeldEin Beitrag von Robert Rethfeld.

Robert Rethfeld betreibt den Börsendienst Wellenreiter-Invest. Kernprodukt ist ein handelstäglich erscheinender, abonnementsbasierter Börsenbrief. Seit Ende der 80er Jahre lebt er im Vordertaunus, zunächst in Bad Homburg und seit dem Jahr 1999 in Oberursel. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und hält sich durch Laufen im Taunus sowie durch Golfspielen fit.

P.S. Ein kostenloses 14tägiges Schnupperabonnement erhalten Sie unter www.wellenreiter-invest.de

Bildquelle: Robert Rethfeld / dieboersenblogger.de


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