Um 10: DAX steigt der Wall Street hinterher – Keine Entwarnung beim Öl

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Als gäbe es nichts anderes, trat eine Erholung des Ölpreises gestern eine Schlussrally an der Wall Street los. Der Ölpreis stieg, weil zuvor ein kräftiger Rückgang der Vorräte in den Benzinlagern gemeldet wurde. Aus der höheren Benzinproduktion der Raffinerien allerdings den Rückschluss zu ziehen, dass die US-Wirtschaft vor einem neuen Aufschwung stehen könnte, ist überzogen. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Weitere Daten werden zur Bestätigung dieses Trends notwendig sein.

Die amerikanischen kommerziellen Öllager sind ohnehin zu 97,5% ihrer maximalen Kapazität gefüllt. Es wird Monate dauern, um hier wieder einen Normalzustand herzustellen. Für den Moment muss man festhalten, dass die Öllagerbestände der USA trotz hohen Füllständen weiter ansteigen. Das ist ein Risiko für den Ölpreis und damit für die Wall Street, die einen exzessiven Fokus auf die täglichen Schwankungen des Ölpreises legt.

Der Deutsche Aktienindex labt sich heute Morgen noch an den guten Vorgaben aus New York. Auch die asiatischen Börsen sind positiv – China will sich vor dem morgen und übermorgen stattfindenden G20-Gipfel in Shanghai nicht die Blöße geben und sorgt für Ruhe an der Währungsfront, um nicht in die Kritik der westlichen Politik zu geraten. Ob es Peking allerdings gelingen wird, die Aufmerksamkeit damit von sich abzulenken, ist eher fraglich. China wird ein zentrales Thema sein.

Die Tatsache, dass der amerikanische Finanzminister Jack Lew der Hoffnung möglicher weltweiter Konjunkturprogramme im Vorfeld des G20-Gipfels eine Absage erteilte, ist hingegen eine Enttäuschung. Die Börsen werden damit ihre Abhängigkeit vom Öl und der Politik der Zentralbanken vorerst nicht ablegen können.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de

 


3 KOMMENTARE

  1. Woher kommt denn jetzt die Aussage, dass die Lagerkapazitäten für Öl zu 97,5% ausgeschöpft sind? Gibt es da verlässliche Quellen? Und was ist mit kommerziellen Öllagern gemeint? Welche (relevanten) nichtkommerziellen Öllager gibt es denn?

  2. Die Lagerdaten gibt es beim EIA https://www.eia.gov/dnav/pet/PET_STOC_WSTK_DCU_NUS_W.htm was die nicht kommerziellen Öllager angeht, fallen mir spontan staatliche Öllagerstätten ein. Wie groß diese in den USA aktuell sind entzieht sich meiner Kenntnis. Laut Wikipedia sind es ca. 100 Mio. Tonnen. https://de.wikipedia.org/wiki/Strategische_%C3%96lreserve In D sind es z. Zt. etwa 15 Millionen Tonnen Rohöl und 9,5 Millionen Tonnen fertige Mineralölerzeugnisse http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Konventionelle-Energietraeger/oel,did=515664.html

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