Schlussgong: DAX-Einbruch oder das Zeitfenster für Schnäppchenkäufe öffnet sich langsam

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Das war heute an den Aktienmärkten ein Tiefschlag wie in der Crash-Phase: Der X-DAX gibt aktuell fast 3% ab. Der Absturz kam erneut aus dem Nichts. Bis zum späten Nachmittag lag der DAX sogar im Plus. Das passte auch zum alten Muster: Nach den Kursverlusten des Vortages sammelten die ersten Schnäppchenjäger Aktien ein und sorgten für einen leichten Aufschwung.

An der Wall Street setzten dann aber die Bären zum Angriff an. Die passende Munition lieferten einige schwache Konjunkturdaten. Besonders die schlechter als erwarteten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt trübten die Stimmung. Die Folge: Die US-Indizes verlieren rund 1,5%. Wie üblich reagiert der DAX fast wie ein Optionsschein auf den Dow Jones und verliert stark überproportional.

Es gab heute auch positive Signale für die US-Wirtschaft

Wir könnten die Kursabschläge also einfach auf die schlechten Konjunkturdaten aus den USA schieben. Aber diese einfache Erklärung, die aktuell in den Marktberichten veröffentlicht wird, ist nicht ganz stimmig.

Denn: Heute wurden in den USA nicht nur Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, sondern auch der Sammelindex der Frühindikatoren. Und hier sah das Bild ganz anders aus: Der Index stieg im Dezember zum neunten Mal in Folge und übertraf mit einer Steigerung von 1,1% deutlich die Erwartungen der Analysten.

Die aktuellen Daten hätten auch Kursgewinne gerechtfertigt

Da der Sammelindex der Frühindikatoren in der Vergangenheit fast immer wesentlich genauer in die Zukunft gezeigt hat als einzelne Umfragewerte, hätte der unerwartet starke Anstieg die schwachen Arbeitsmarktdaten mehr als ausgleichen müssen.

Der Sammelindex gehört zu den wenigen Indikatoren, die von den Marktprofis tatsächlich beachtet werden. Wenn DAX und Dow Jones heute um 2% gestiegen wären, hätte das wunderbar mit den Frühindikatoren begründet werden können.

Die großen Indizes haben sich müde gelaufen

Die Kursverluste am heutigen Tag haben daher nach meiner Analyse weniger etwas mit Fakten zu tun, sondern lassen sich viel besser mit der Marktpsychologie begründen. Der Markt hat sich müde gelaufen. Der Dow Jones hat die 11.000-Punkte-Marke angegriffen und ist gescheitert. Der DAX konnte die 6.000-Punkte-Hürde nicht nachhaltig überwinden. Die Bullen geben sich kurzfristig geschlagen. Das gilt auch nicht nur für die Aktien. Auch Gold und Öl verlieren heute.

Im Juni und im Oktober 2009 gab es ähnliche Phasen. Die Aktienindizes mussten damals Abschläge von rund 10% hinnehmen, bevor die Bullen wieder die Richtung bestimmten. Kurzfristig hat der DAX ein Abwärtspotenzial bis 5.500 oder 5.400 Punkte. Der Dow Jones sollte die 10.000-Punkte-Marke verteidigen.

Favoriten: Qualitätsunternehmen, die bereits Zahlen veröffentlicht haben

Wie gestern im Schlussgong geschrieben: Nutzen Sie Schwächephasen, um erstklassige Aktien günstig einzusammeln. Im Vorjahr konnten Sie in den Schwächephasen Pharma-Giganten wie Novartis oder Roche für den 10fachen Jahresgewinn (KGV 10) einsammeln.

Ähnliche Schnäppchen können Sie in den nächsten Tagen wahrscheinlich in anderen Branchen finden. Bevorzugen Sie dabei Unternehmen, die ihre Quartalszahlen bereits verkündet und eine Prognose für 2010 abgegeben haben. Damit senken Sie das Risiko einer Fehlinvestition.


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