Schlussgong: IBM und Intel – bei Kursschwäche interessante Trading-Chancen

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An den Aktienmärkten werden heute die Vortagesgewinne ausgelöscht. Der DAX verliert rund 2% und fällt wieder auf 5.850 Punkte zurück. In den vergangenen Tagen hat diese Unterstützung gehalten, jetzt folgt ein neuer Belastungstest.

Gleich drei Belastungsfaktoren setzen die Aktienmärkte unter Druck: China, die Quartalszahlen der Banken und die IBM-Zahlen. Doch der Reihe nach.

China tritt auf die Bremse

Die chinesische Regierung hat Angst, dass die heimische Wirtschaft überhitzt. Seit einigen Wochen werden leichte Bremsmanöver ausgeführt. Zum einen gibt es bereits konkrete Gegenmaßnahmen im Kreditmarkt, zum anderen wird versucht, durch Warnungen – zum Beispiel vor einer Immobilienblase – das Investitionsklima etwas abzukühlen.

Einige Marktteilnehmer haben jetzt Angst, dass die chinesische Regierung die Kontrolle verliert. Bisher konnte die Regierung die Wirtschaft aber erstaunlich gut steuern. Wir müssen den chinesischen Markt beobachten, aber für Panik ist es noch zu früh.

US-Banken: Die Quartalszahlen sind bald überstanden

Für Unruhe sorgten heute auch die Zahlen mehrerer US-Großbanken. Wie schon bei JP Morgan und Citigroup wechseln sich Licht und Schatten ab. Aber auch hier gibt es positive Aspekte:

Am Ende der Woche haben wir fast alle wichtigen Bank-Berichte aus den USA überstanden. Eine echte Katastrophenmeldung war nicht dabei. Jetzt haben wir wieder einige Wochen und Monate Ruhe und können uns auf die anderen Branchen konzentrieren.

IBM-Zahlen waren gut, aber für einige Investoren nicht gut genug

Es bleiben die Quartalszahlen des IT-Riesen IBM. Die IBM-Aktie ist aktuell mit -3,5% das Schlusslicht im Dow Jones Index. Dieser Abschlag ist – wie in der Vorwoche bei Intel – jedoch nicht gerechtfertigt und zeigt nur an, dass einige Marktteilnehmer unrealistisch hohe Erwartungen hatten.

Im Durchschnitt hatten die Analysten einen Quartalsgewinn je Aktie in Höhe von 3,47 USD erwartet. IBM konnte diese Prognose mit 3,59 USD Gewinn je Aktie nur leicht übertreffen. Das sorgte für Verkaufsdruck.

Im 4. Quartal 2009 wieder Umsatzwachstum

Die Zahlen sehen aber nicht schlecht aus. Der Gewinn war sehr solide, die Gewinnmarge wurde gesteigert und der Umsatz legte wieder leicht zu. Aus meiner Sicht ist der steigende Umsatz aktuell fast wichtiger als die Gewinnsteigerung. Denn: Den Gewinn kann man auch dadurch steigern, dass einmalig eisern gespart wird. Sinkende Investitionen können jedoch mittel- und langfristig sogar schädlich sein.

Während der Gewinn vom Management „gesteuert“ werden kann, zeigt der Umsatz an, ob die Nachfrage wieder steigt. Das ist die Grundlage für eine breite Konjunkturerholung. Schauen wir uns daher die Umsatzzahlen von IBM etwas genauer an.

Auf Jahressicht musste IBM einen Rückgang hinnehmen. 2008 lag der Umsatz bei 103,6 Mrd. USD, 2009 bei 95,8 Mrd. USD. Anders sieht es aus, wenn wir jeweils das Schlussquartal vergleichen. Im 4. Quartal 2009 hat IBM knapp 1% mehr umgesetzt als 2008. Der starke Umsatzrückgang wurde gestoppt und in den Schlussmonaten 2009 sogar in ein Wachstum verwandelt. Ein sehr ermutigendes Signal.

IBM und Intel wieder günstig bewertet

Ähnlich wie Intel wagt auch IBM eine Prognose. Das IT-Unternehmen will im laufenden Geschäftsjahr mindestens 11 USD je Aktie verdienen. Das dürfte ein konservativer Ausblick sein. Nehmen wir aber die 11 USD als Basis für das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Bei einem Aktienkurs von aktuell knapp 130 USD sinkt das KGV auf unter 12. Sollte die Aktie jetzt noch ein paar Tage schwächeln, könnte man einen grundsoliden IT-Wert für den 10fachen Jahresgewinn einsammeln.

Ähnlich sieht es bei Intel aus. Werden die Prognosen, die ebenfalls nicht zu ambitioniert sind, erreicht, kommt der Chiphersteller auf ein KGV von 13. Auch diese Bewertung macht langsam Spaß. Hält die Kursschwäche noch etwas an, können Sie bald auf „Schnäppchenjagd“ gehen.

Aufgrund der strukturellen Dollar-Schwäche eignen sich US-Aktien nicht unbedingt als Langfrist-Investments, aber für das Trading-Depot kann man dann ein paar günstig bewertete Weltmarktführer mit starken Bilanzen einsammeln.


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