Schlussgong: Der Chiphersteller Intel muss die Latte deutlich überspringen

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Heute abend schlägt nach dem Schlussgong an der Wall Street erneut die Stunde der Wahrheit. Nach Börsenschluss präsentiert Intel, der weltweit größte Chiphersteller, seine Quartalszahlen und (hoffentlich) einen konkreten Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010.

Die Intel-Zahlen sind so wichtig, weil kaum noch ein technisches Gerät ohne Computer-Chips auskommt. Wenn PC-Hersteller, Handybauer und sogar Autokonzerne die Produktion erhöhen möchten, müssen sie zunächst mehr Computer-Chips bestellen.

Intel zeigt die Branchenstimmung an

Der Weltmarktführer Intel ist ein guter Frühindikator. Wenn es Intel gut geht, geht es vielen Technologieunternehmen gut. Wenn es Intel schlecht geht, sollten wir uns an der Börse wieder warm anziehen. Während der Aluminiumkonzern Alcoa zu Beginn der Woche der Vorreiter in der Rohstoffbranche war, ist Intel der Test für die Technologiebranche.

Daher ist es verständlich, dass die großen Aktienindizes heute keine großen Sprünge gemacht haben. Die Investoren halten sich bedeckt. Der DAX hat immer wieder die 6.000-Punkte-Marke angetestet, konnte das Niveau am Ende jedoch nicht halten.

Vorfreude an der Wall Street könnte verfrüht sein

An der Wall Street liegt der Dow Jones bisher auch nur hauchdünn im Plus. Ein Blick auf die Kursgewinner zeigt auch, wer für das Plus verantwortlich ist. An der Spitze liegt im Tagesverlauf das Pharmaunternehmen Merck. Direkt dahinter folgen mit Intel, Microsoft, IBM, HP und Cisco gleich 5 Technologieunternehmen. Zeichen der Vorfreude auf die Intel-Zahlen.

Das Problem: Die Erwartungen sind sehr hoch. Analysten und Aktionäre erwarten nicht nur, dass Intel die Planzahlen erfüllt, der Chiphersteller muss die Vorgaben sehr deutlich übertreffen, um die Erwartungen zu erfüllen. Liegt der Gewinn je Aktie nur 1 oder 2 Cent über den Prognosen, könnte das schon Frust-Verkäufe auslösen.

Wie optimistisch die Analysten sind, zeigt eine brandaktuelle Empfehlung aus den USA. Wenige Stunden vor Veröffentlichung erhöhte ein Analyst sein Kursziel für die Intel-Aktie von 26 auf 31 USD – aktuell notiert die Aktie nur bei 21 USD. Eine sehr mutige Empfehlung so kurz vor den Zahlen.

Gute Zahlen als Kursmotor für den DAX

Ich will den Schlussgong heute mit einem positiven Gedanken schließen. Natürlich ist es auch möglich, dass Intel – wie so oft in der Vergangenheit – die Zielvorgaben pulverisiert und alle Erwartungen schlägt. Dann wird der DAX morgen deutlich über 6.000 eröffnen. Hoffen wir also auf einen positiven Wochenabschluss.


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