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Before the Bell: Der DAX bleibt unter 6.000 Punkten, US-Futures mit leichten Zugewinnen

Die deutschen Aktienmärkte präsentieren sich auch einen Tag nach dem Fall des DAX unter die 6.000er Marke nur bedingt optimistisch. Zwar konnte der Abwärtstrend gestoppt werden. Für eine richtig optimistische Handelssitzung fehlen aber noch einige positive Impulse. Negative Impulse kamen heute vor allem von der Konjunkturfront. Das Statistische Bundesamt machte heute offiziell: Deutschland erlebte 2009 stärkste Rezession der Nachkriegszeit, denn mit –5,0 Prozent war der Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) so stark wie noch nie. Die Börse steckte diese Schreckensmeldung aber dennoch ganz gut weg.

Douglas kann der Krise trotzen

Auch an Douglas, bekannt nicht nur für seine Parfümerien, sondern auch für Süßes (Hussel) oder handfestes (Thalia-Buchhandlungen), ging die Krise des vergangenen Jahres nicht spurlos vorbei. Dennoch konnte der im MDAX notierte Einzelhandelskonzern seine Umsatz- und Ergebnisziele im Geschäftsjahr 2008/09 übertreffen. Wie auf der Bilanz-Pressekonferenz bekannt gegeben wurde, stiegen die Konzernumsätze um 2,3 Prozent auf rund 3,2 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) vor Kosten der Filialnetzbereinigung lag mit 128 Mio. Euro allerdings recht deutlich unter dem Vorjahreswert von 152 Mio. Euro. Dennoch gab sich Konzernchef Dr. Henning Kreke für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 zuversichtlich: „Wir sind in Anbetracht des schwierigen Umfeldes recht ordentlich in das neue Geschäftsjahr gestartet und mit dem Verlauf des ersten Quartals und des Weihnachtsgeschäftes insgesamt nicht unzufrieden.“ Den Angaben zufolge konnte Douglas im ersten Quartal – also im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2009 – einen Umsatzzuwachs von 0,7 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro erzielen. Konkret wurde Kreke nur bedingt: „Aus heutiger Sicht geht der Vorstand davon aus, eine Umsatzsteigerung von bis zu 2 Prozent und ein Ergebnis vor Steuern von 120 bis 130 Mio. Euro erreichen zu können.“ Am Markt kommen die Zahlen und Prognosen gut an. Die Douglas-Aktie notiert angesichts des schwachen Umfelds kaum verändert.

Daimler: Marke Maybach vor dem Aus?

Die Detroit Auto Show sorgt wie jedes Jahr für vielerlei Schlagzeilen. Interessant sind dabei vorallem die Diskussionen um die Folgen der Autokrise. Während bei den US-Autobauern die Marken reihenweise vom Markt verschwanden, sieht es außerhalb der USA ganz anders aus. (Das Schicksal der Marke Saab ist ja noch offen). Jedenfalls diskutiert man nun wohl auch bei Daimler über die Zukunft der Luxusmarke Maybach. Offensichtlich hat ein kühler Rechner mal etwas genauer hingesehen. In der FTD wird jedenfalls Daimler-Chef Dieter Zetsche auf die Frage nach der Zukunft von Maybach mit den Worten zitiert: „Es gibt noch keine langfristige Entscheidung über die Zukunft der Marke.“ Das kann alles und nichts heißen. Aber mit Mercedes-Benz verfügt der Konzern ja über die Automarke schlechthin. Von daher würde man aus kostengesichtspunkten vieleicht wirklich mit einer Konzentration auf Mercedes-Benz und smart besser fahren. Zumal ja eine S-Klasse durchaus auch „gepimpt“ sehr exklusiv sein kann. Der Daimler-Aktie sind diese Meldungen egal. Der Titel verliert heute erneut mehr als ein Prozent.

Gewinnwarnung bei der Société Générale

In Paris sorgte heute vor allem eine Meldung für Aufruhr: Die Großbank Société Générale musste eine Gewinnwarnung aussprechen, da sie für das Schlussquartal milliardenschwere Sonderbelastungen erwartet. Im Zuge von Wertberichtigungen auf Anlagen auf dem US-Immobilienmarkt werden Sonderbelastungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro vor Steuern prognostiziert. Allerdings rechnet die Société Générale trotz der hohen Einmalbelastungen für das gesamte vierte Quartal unter dem Strich mit einem leichten Gewinn. Die Märkte reagierten jedoch trotz der Beschwichtigungen eindeutig und schickten die Aktie in den Keller. Aktuell verliert die Aktie der Société Générale fast 3 Prozent. Bei Finanztiteln gilt es also weiterhin Vorsicht walten zu lassen. Einzelwerte sind sicher interessant, aber man muss genau die Risiken abwägen.

US-Futures mit leichten Zugewinnen

In den USA wartet man heute gespannt auf die Daten zum Staatshaushalt (Dezember) und vor allem auf das aktuelle Beige Book. Die Märkte reagieren ansonsten weitgehend lustlos. Die Futures können sich leicht behaupten. So gewinnt der S&P500 ebenso wie der NASDAQ derzeit 0,2 Prozent. Der DAX wiederum gewinnt in Frankfurt momentan 0,3 Prozent auf 5.963 Punkte.


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