Schlussgong: Alcoa – ein klassischer Fehlstart

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Bei der Bewertung der überraschend schwachen Quartalszahlen des amerikanischen Aluminium-Konzerns Alcoa kann ich eine Aussage aus dem gestrigen Schlussgong zitieren: Die Latte lag zu hoch und wurde gerissen. Die Reaktion an der Börse: Die Alcoa-Aktie verliert im Tagesverlauf bis zu 10%.

Die Reaktionen an den internationalen Aktienmärkten fallen deutlich aus. Der DAX notiert aktuell über 2% tiefer als vor 24 Stunden. Die US-Investoren reagieren dagegen weniger hektisch. Dow Jones und S&P 500 liegen nur rund 1% im Minus. Aus das ist typisch: Der amerikanische Heimatmarkt reagiert mit einer klaren Tendenz, aber besonnen auf die Zahlen, die deutschen Investoren geraten fast schon wieder in Panik.

Wenn die Gewinnprognosen wackeln, werden hohe KGV-Bewertungen zur Belastung

Zum Teil ist der kleine Panikschub der Investoren verständlich. Auch das schrieb ich gestern: Die Erwartungshaltung ist in diesem Jahr unglaublich hoch. Die Analysten erwarten 2010 ein durchschnittliches Gewinnwachstum von über 25% für die US-Unternehmen. Die Gewinne von morgen sind schon heute in vielen Kursen enthalten.

So kommt die Alcoa-Aktie auf ein KGV von 25. Wenn die Gewinnprognose jetzt wackelt, kann das KGV sogar noch deutlich ungünstiger ausfallen. Daher ist der Kursabschlag heute verständlich.

Defensive ist Trumpf

Vielleicht bleibt Alcoa ein negativer Ausreißer, aber die Luft wird für die ambitioniert bewerteten Unternehmen dünner. Die gestern empfohlenen „Langeweiler 2009“, also Aktien aus den Branchen Telekom, Versorger, Pharma, Nahrung und Genuss werden Ende 2010 nicht am Tabellenende in den Performance-Listen stehen.


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