Before the Bell: Quartalszahlen überzeugen nicht, DAX und US-Futures mit deutlichen Abschlägen

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An den Börsen herrscht heute Katerstimmung vor. Da halfen auch positive Meldungen vom Auftragseingang im Maschinenbau wenig. Auslöser sind vielfach schwache Quartalszahlen, die den ein oder anderen Anleger wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Nachdem zuletzt vor allem positive Konjunkturdaten die Märkte getrieben hatten, sorgen nun die tatsächlichen Zahlen der Unternehmen für überraschende Ernüchterung. Allerdings sollte man auch nicht so früh die Flinte ins Korn werfen, denn das Gros der Quartalszahlen steht uns erst noch bevor – sicher nicht nur mit negativen Überraschungen.

METRO kommt gut durch die Krise

Eher positiv überraschte heute beispielsweise der deutsche Handelsriese METRO. Hier stieg im Geschäftsjahr 2009 der Umsatz vor Währungseffekten nach vorläufigen Zahlen um 0,2 Prozent. In Euro wiederum sank der Umsatz von 68,0 Mrd. Euro auf nun 65,5 Mrd. Euro. Beim EBIT vor Sonderfaktoren rechnet METRO mit einer Entwicklung im Rahmen der Markterwartungen. Konzernchef Dr. Eckhard Cordes zeigte sich denn auch optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass auch 2010 die Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben. Dennoch sehen wir für unsere starken Formate viele Chancen. Wir werden unser internationales Wachstum nun wieder deutlich beschleunigen. Daher haben wir unser Investitionsbudget von 1,6 Mrd. Euro auf rund 1,9 Mrd. Euro erhöht.“ Dazu soll die Zahl der Neueröffnungen 2010 deutlich steigen, wobei der Schwerpunkt dabei weiterhin auf den Wachstumsregionen Osteuropa und Asien liegt. Am Markt kommen diese Nachrichten gut an. In einem schwachen Umfeld kann sich die METRO-Aktie kaum verändert zeigen.

Beiersdorf erfüllt nur eigene Prognosen

Auch aus dem Konsumgüterbereich wurden heute Zahlen gemeldet. Dabei konnte der DAX-Titel Beiersdorf für das Geschäftsjahr 2009 Umsatz und Ergebnis im Rahmen der eigenen Erwartungen ausweisen. So fiel der Umsatz von 5,97 Mrd. Euro auf 5,75 Mrd. Euro. Das EBIT (ohne Sondereffekte) sank von 696 Mio. Euro auf etwa 585 Mio. Euro. Dennoch zeigte sich der Vorstandsvorsitzender Thomas-B. Quaas mit der Arbeit im vergangenen Jahr zufrieden und zugleich für das Geschäftsjahr 2010 kämpferisch: „Der Konzernumsatz von Beiersdorf lag trotz des von der Krise geprägten Wirtschaftsumfelds im vergangenen Jahr nur leicht unter dem Rekordumsatz von 2008. Während tesa Einbußen im Industriesektor zu verzeichnen hatte, übertraf der Unternehmensbereich Consumer mit einem leichten Plus den Umsatz des Vorjahres. Durch realistische Einschätzungen zu Beginn des letzten Jahres konnten die unterschiedlichen Auswirkungen auf unsere beiden Unternehmensbereiche mit geeigneten Maßnahmen gut aufgefangen werden. Wir haben schnell reagiert und werden diese Flexibilität beibehalten – denn durch die Weltwirtschaftskrise ist eine neue Realität mit neuen Strukturen entstanden. Auch unter diesen veränderten Bedingungen wird der Konzern erfolgreich sein und weltweit Marktanteile hinzugewinnen: Beiersdorf wird auch in 2010 schneller wachsen als der Markt.“ Alles in allem kommen die Zahlen und Äußerungen am Markt aber nicht so gut an. Im schwachen Marktumfeld verliert die Beiersdorf-Aktie derzeit fast 2 Prozent.

Alcoa muss weiterhin Verlust ausweisen

In den USA hat die Quartalszahlensaison mit einer Enttäuschung begonnen. Hier hatte gestern Nacht der US-Aluminiumkonzern Alcoa nach Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vorgelegt. Der Start in die Berichtssaison war aber eher Fehlstart, denn überraschenderweise ist Alcoa erneut in die roten Zahlen gerutscht. Als Belastung für Alcoa erwiesen sich erneut die hohen Energiekosten, der schwache Dollar und Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit einem Werk in Italien. Der Umsatz sank um 4 Prozent auf 5,43 Mrd. Dollar. Dagegen verringerte sich der Nettoverlust von 1,2 Mrd. Dollar bzw. 1,49 Dollar je Aktie auf nun 277 Mio. Dollar oder 28 Cents je Aktie. Auf bereinigter Basis erzielte Alcoa im vierten Quartal 2009 einen Gewinn von 1 Cent je Aktie, womit die Marktschätzungen jedoch klar verfehlt wurden. Die Alcoa-Aktie muss im Frankfurter Handel einen Verlust von über 4 Prozent hinnehmen.

US-Futures deutlich im roten Bereich

Nach dem Beginn der Berichtssaison gestern warten die Anleger heute gespannt auf die Daten zur US-Handelsbilanz im November. An der Zahlenfront ist heute erst einmal Ruhe angesagt. Die Futures notieren derweil mit deutlichen Abschlägen. Der NASDAQ verliert 0,6 Prozent und auch der S&P500 gibt 0,7 Prozent nach. In Frankfurt notiert der DAX bei aktuell 5.970 Punkten (-1,2 Prozent).


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