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Jahresrückblick 2009 – November: Dubai, Gold, Priceline, Versorger, VW, Opel, IPO

Im November liefen die Börsen dann so richtig zur Hochform auf. Stichwort Liquiditätsrallye. Unterbrochen wurde die Hausse nur von den Irritationen aus Dubai. Hier kehrte zumindest einige Tage die Angst an die Märkte zurück. Aber so richtig wollte sich keiner vom Pessimismus anstecken lassen. Und Dubai erscheint eben vielen immer noch sehr weit weg. Bei den Börsenbloggern wiederum machte mit der neuen Rubrik Before the Bell der klassische Ausblick eine Veränderung durch. Nun wird jeden Handelstag zwischen 13 und 14 Uhr ein Blick auf die Märkte vor Eröffnung der Wall Street geworfen.

Dubai schockt mal kurz die Welt

Tja da war die Überraschung groß. Dubai? Probleme? Es dauerte nicht lange, bis Börsianer in allen Ecken der Welt den Namen der Staatsbetriebe Dubai World und Nakheel kannten. Zahlungsschwierigkeiten der beiden Konzerne hatten das Emirat fast an den Rand des Staatsbankrotts gebracht. Die Ansichten über die weiteren Probleme waren dabei sehr unterschiedlich: Rolf Morrien schrieb im Schlussgong: Die Dubai-Krise zeigt die Schwächen auf, darf aber auch nicht überschätzt werden. Manfred Weide war der Ansicht: Dubais Probleme werden keine neue Finanzkrise auslösen. Jörg Mahnert wiederum fragte: Dubai, was ist denn da los?.

Gold erreicht neue Höchststände

Das Edelmetall Gold konnte im November zügig alle bisher als undenkbar geglaubten Preismarken überschreiten. Zunächst war es nur Indiens Goldhunger, später lies sich auch der Rest der Welt von der Kauflaune anstecken. Im Beitrag Der goldene Herbst 2009 – Gold erklimmt neue Höhen ging Marc Schmidt auf den ganzen Trubel ein.

Bei E.ON und RWE läuft das Geschäft

Versorger werden ja häufig als langweilig und öde bezeichnet. Dabei sind sie gerade in wilden Börsenzeiten ein Hort der Sicherheit. Das gilt so auch für die beiden deutschen Branchenrisen E.ON und RWE. Über das interessante Geschäftsmodell von E.ON hat Kollege Schmidt im Beitrag Im Fokus: E.ON wandelt sich immer mehr zum reinen Stromerzeuger geschrieben. Die kurze Zeit später vorgelegten Zahlen bestätigten diesen Trend. Beim Wettbewerber RWE sieht es ebenfalls sehr gut aus. Im Beitrag Im Fokus: RWE sieht Geschäft robust und bekräftigt Ausblick wird auch hier deutlich wie gut das Geschäft läuft. Für die Freunde einer hohen Dividende sei noch auf den Artikel Im Fokus: RWE – und ewig lockt die (Sonder-)Dividende verwiesen. Auch wenn inzwischen ziemlich sicher kein Bonus für den American Water-Verkauf gezahlt wird, erscheinen die RWE-Vorzüge weiter interessant.

Power-Aktie Priceline

Kollege Weide hat sich ab November seinem Steckenpferd, den Power-Aktien, angenommen. Er schrieb in Power-Aktie Priceline: Einstiegschance?:

Bei der Suche nach aussichtsreichen Tradingchancen halte ich immer nach Aktien Ausschau, die sich besonders dynamisch nach oben bewegen. Meist halten solche starken Trends über längere Zeit an. Ich spreche in diesem Zusammenhang gerne von „Power-Aktien“. Ein solcher Wert ist der US-Titel Priceline.com.

Bereits wenige Tage später konnte ein erster Erfolg verbucht werden. Im Artikel Priceline: Power-Aktie par excellence feierte Weide die ersten 25 Prozent Kursplus.

VW und GM sorgen für Irritationen

Am 4. November schlug die Mitteilung von GM bei vielen wie eine Bombe ein: Der Verkauf von Opel findet nicht statt. Marc Schmidt schrieb damals im Beitrag New GM bleibt doch Old GM – Und das mit Opel und Europageschäft:

Tja da war bei vielen die Überraschung heute doch sehr groß, als bekannt wurde, dass GM sein Europa-Geschäft doch nicht aufgeben und an Magna verkaufen will. Opel und die anderen Töchter werden also im Konzern verbleiben und inhouse saniert. Dumm aus der Wäsche schauen nun diverse Ministerpräsidenten und eine Bundesregierung, die sich mit Milliarden arg weit aus dem Fenster gelehnt hat. Wie auch bei Arcandor hat sich die Einmischung der Politik als sinn- und erfolglos erwiesen. Für mich kommt die Wende aus Detroit wenig überraschend, denn das Konzerpt des Verkaufs habe ich bereits Anfang Mai für wenig überzeugend errachtet.

Eine Woche später wiederum erlebte der Markt bei VW eine Überraschung. Rolf Morrien schrieb damals im Schlussgong: Volkswagen – ein Großaktionär löst Kurssturz aus:

Ganz andere Kursausschläge erlebten heute die VW-Aktionäre: Die im DAX notierte VW-Stammaktie verlor 8%, die VW-Vorzugsaktie sogar 15%! Das Emirat Katar hat im Zuge der Porsche-Übernahme durch Volkswagen Optionen über rund 50% der VW-Vorzugsaktien erhalten, die vorher Porsche heimlich aufgebaut hatte. Diese Position hat Katar heute halbiert und 25 Mio. Vorzugs-Aktien zum Verkauf gestellt. Eine solch riesige Aktienmenge konnte der Markt kurzfristig nicht aufnehmen – zumindest nicht auf dem alten Kursniveau.

IPO-Gerüchte um Facebook und Twitter

Die Gerürchte um einen Börsengang von Facebook und Twitter bekamen im November mal wieder kräftigen Nahrungsnachschub. Dabei wurde Land auf, Land ab schon von einem zweiten Google-Erfolg geträumt. Marc Schmidt schrieb damals im Beitrag Facebook und Twitter – wird 2010 das Jahr der großen Börsengänge? über die Chancen und Risiken, sowie mögliche Zeitpläne:

Zunächst einmal muss man feststellen, dass beide Unternehmen solide finanziert sind, also derzeit wohl keinen dringenden Bedarf an neuem Kapital haben. Aber die Welt des Web 2.0 ist schnelllebig und lebt von Veränderungen – teuren Veränderungen. Zudem wachsen die Nutzerzahlen rasant, was auch irgendwie technisch gestemmt werden muss, was wiederum Geld kostet. […] Eins ist auf jedenfall sicher: Twitter und Facebook werden von nun an, regelmäßig auch in den Wirtschafts- und Börsemedien Erwähnung finden. Und vielleicht heißt es dann wirklich im Spätsommer 2010 in der Tagesschau: Heute gelang dem Sozialen Netzwerk Facebook ein fulminanter Einstand an der New Yorker Börse…

Mehr Jahresrückblick 2009 gibts hier.


1 Kommentar zu Jahresrückblick 2009 – November: Dubai, Gold, Priceline, Versorger, VW, Opel, IPO

  1. Hallo
     
    Danke für diesen interessanten Beitrag!
    Generell würde ich es so sehen, dass man mit Goldanlagen nicht
    so viel verkehrt machen kann wie etwa mit Aktien, wo es oftmals ein Glücksspiel ist, was man am Ende dabei
    rausbekommt. Auch wenn die Rendite bei Goldanlagen klein(er) ist – gegeben ist sie auf jeden Fall.
    Aber das ist denke ich auch ein Stückweit Geschmacks- und Persönlichkeitssache

    Grüße
     Konstantin

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