Jahresrückblick 2009 – Juli: Quartalszahlenflut, VW, Abwrackprämie, Kreditklemme, Kreditkartenblase

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Im Juli konnten viele Unternehmen – trotz Urlaubszeit – positive Meldungen verbreiten. Damit stieg auch etwas die Laune. Auch bei den Börsenbloggern, die endlich auch bei Twitter aktiv wurden. Inzwischen findet man alles wichtige zeitnah bei http://twitter.com/boersenblogger.

Der Fall Porsche/Volkswagen geht weiter

Auch im Juli machte die Causa Porsche/Volkswagen von sich Reden. Zu Monatsbeginn verließ Porsche-Chef Wendelin Wiedeking das Unternehmen. Damit wurde der Platz frei gemacht für eine Übernahme von Porsche durch VW. Zugleich gewann die bereits erwähnte Spekulation um die VW-Vorzüge und eine mögliche DAX-Aufnahme merklich an Fahrt. Aber bekanntermaßen sollte das Ganze noch einige Monate dauern…

Ein halbes Jahr Abwrackprämie

Im Juli wurde die Abwrackprämie ein halbes Jahr. Kollege Schmidts Fazit Ein halbes Jahr Abwrackprämie – notwendiges Übel oder doch sinnlos? fiel nicht ganz so positiv aus:

Insgesamt muss man also feststellen, dass die Abwrackprämie tatsächlich dafür gesorgt hat, alte Autos durch Neuwagen zu ersetzen. Die Frage ist nur, ob das nicht auch so passiert wäre und somit jede Menge Mitnahme- und Vorziehungseffekte die Zahlen verfälschen. Denn Autos werden dann ersetzt, wenn sie kaputt sind. Es sei denn sie werden nicht mehr gebraucht. Also hätte es Ersatzbeschaffungen auf jeden Fall gegeben. Damit dürfte im schlimmsten Fall ab Herbst die Nachfrage nach den in der Mehrzahl verkauften Kleinwagen einbrechen.

Und wie bereits geschrieben, zeigt die Bafa-Statistik inzwischen, dass rund 20 Prozent der Prämien zugunsten von Autos aus dem VW-Konzern bezahlt wurden. Weitere 8 Prozent der Prämien konnten Modelle aus dem Hause Opel auf sich vereinen. Der Rest ging an Autobauer aus Nah und Fern.

Das Thema Kreditklemme

Es gab wohl kein Thema bei dem die Emotionen so sehr hochkochten wie bei der Kreditklemme. Immer wieder wurde das Bild von den raffgierigen Bänkern gemalt, die das Geld lieber verzockten, als es Mittelständlern zu geben, die es in Arbeitsplätze investierten. Dass dieses Bild falsch ist, zeigt u.a. der Artikel Die Sache mit der Kreditklemme…. Der Kernsatz war:

Solide Finanzierung mag in Boom-Zeiten zwar belächelt werden. In Krisenzeiten zahlt sie sich aus.

. Einige Tage später zeigten die Zahlen der Deutschen Bank ein aufschlussreiches Bild, das im Beitrag Die Deutsche Bank, die Krise und die Kreditklemme genau betrachtet wurde.

Die Kreditkartenblase

Das Thema mit der Kreditkartenblase kam ja immer mal wieder hoch. So richtig ins Straucheln geriet bislang niemand. Dennoch schrieben wir: Sie wird kommen – die Kreditkartenblase…. Darin heißt es:

Nach Angaben der Ratingagentur Moody´s sind nämlich die Ausfälle von Schuldrückzahlungen an Kreditkartenfirmen durch die US-Verbraucher auf ein neues Rekordhoch geklettert. Auf unglaubliche 10,76%. Ein einmaliger Höhepunkt. Aber es werden weitere „Topdaten“ in diesem Zusammenhang folgen, da bin nicht nur ich mir sicher. Moody’s erwartet, dass erst Mitte 2010 der Höhepunkt erreicht sein wird.

Die Zahlen des Branchenriesen American Express gaben damals auch erste besorgte Einblicke: AmEx-Zahlen: Nachschlag zum Thema Kreditkartenblase. Bis zum Jahreswechsel spielt das Thema aber in der breiten Öffentlichkeit keine Rolle. Da es den Banken soweit wieder gut geht, werden auch weiter Kreditkarten ausgegeben, insofern kommt das Kartenhaus (noch) nicht zum Einsturz.

Wirtschaftskrise: Zahlenflut gibt Einblicke

Ende Juli sorgte v.a. die Zahlenflut für mehr oder minder Erleichterung. Denn die Zahlen der meisten Unternehmen waren doch nicht ganz so dramatisch schlecht ausgefallen, wie man im Frühjahr noch gedacht hatte. Egal ob HeidelbergCement, BASF oder andere. Alle gaben ein Spiegelbild der tatsächlichen Lage.

Mehr Jahresrückblick 2009 gibts hier.


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