Jahresrückblick 2009 – März: Infineon, Citigroup, Notenbanken, Schweiz, Kreditkartenblase

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Auch im März sorgte die Krise für Schlagzeilen. Aber noch eher die Börsen, die ihre Talfahrt fortsetzten. Viele graue Haare bei den Börsianern waren die Folge. Inzwischen ist der Schrecken von damals aber vergessen – leider. Denn bei zuviel Optimismus, kann ein Blick zurück für etwas mehr Klarheit sorgen.

Stühlerücken im DAX: Infineon geht mal kurz in den TecDAX

Die Deutsche Börse hatte sich Anfang März zu weitreichenden Änderungen im deutschen Leitindex DAX entschieden. Dabei schieden die Aktien von Postbank und Infineon aus dem DAX aus und wechseln in den MDAX bzw. TecDAX. Im Gegenzug rückten wie zuvor prognostiziert Hannover Rück und die Fresenius-Vorzüge in die erste Börsenliga auf. Allerdings blieb der Rückversicherer nicht lange… nach einem halben Jahr kehrte Infineon im September wie Phönix aus der Asche in den DAX zurück. Schuld war u.a. eine furiose Kursrallye von 0,34 Euro bis zu über 4 Euro in der Spitze. Zocker konnten so einen ordentlichen Schnitt machen. Die Infineon-Aktie wurde jedenfalls so zum Börsengewinner des Jahres.

Citigroup verkommt mal kurz zum Pennystock

Am 5. März 2009 war es soweit, die Bankenkrise holte sich ein weiteres Opfer und die Aktie der Citigroup – einstmals die größte Bank der Welt – rutschte unter die magische 1-Dollar-Marke und wurde zum Pennystock. Nun ja, das blieb sie aber nicht lange. Dank Staatshilfe konnte sich die Bank wieder erholen. Und auch der Kurs stieg wieder deutlich an, auf bis zu 5 Dollar in der Spitze.

Fed, EZB und Bank of England senken Leitzinsen auf neue Tiefs

Ebenfalls am 5. März machten die Notenbanken in Europa von der Zinskeule Gebrauch. Im Beitrag EZB senkt Leitzins auf 1,5 Prozent – ein historischer Tiefstand, BoE ebenfalls mit Zinsschritt beleuchteten wir kurz die Situation im Euroland und in Großbritannien. Am 18. März machte dann auch die Fed von sich Reden. Der Beitrag Die Fed spielt Frau Holle beschreibt den Anfang von „Quanitative Easing“, sowie den Start des Aufkaufs von Staatsanleihen durch die Fed. Zuvor hatte die Fed bereits ihre Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt.

Die Schweizer und das Bankgeheimnis

Die Krise machte auch vor der Schweiz nicht Halt. Im Beitrag Die Schweiz und das Geld – eine Scheidung auf Raten? vom 13. März schrieben wir:

Ja, das Schleifen der als uneinnehmbar eingeschätzten Festung der Eidgenossen ist offensichtlich gelungen. Nachdem zum Monatsanfang bereits Kapitalverkehrskontrollen eingeführt wurden, ist heute das als unveräußerlich gewähnte Bankgeheimnis so gut wie gefallen.

Tja, auch hier kehrte ein neuer Wind ein.

Was ist mit der Kreditkartenblase?

Nachdem viele Banken ja aufgrund ihrer Systemrelevanz auf großzügige Hilfe bauen konnten (Systemrelevanz und der Staat) machte sich auch der ein oder andere Kreditkartenanbieter so seine Gedanken. Besonders beim Blick auf die Ausfallraten der US-Karteninhabern: American Express bringt die Kreditkartenblase zurück ins Gedächtnis. Aber auch in Deutschland schaute man besorgt in die USA, wie der Artikel Made in USA: Unsere deutschen Banken und die Kreditkartenblase… zeigt. Ein dreiviertel Jahr später ist das Thjema zwar nicht mehr so ernst. Aber dennoch sollte man immer mal wieder auf die Ausfallraten schauen. Wenn die US-Konjunktur nicht bald in Fahrt kommt, wird das Problem nämlich noch gewaltig anwachsen. Aber wir wollen ja nicht schwarz malen.

Mehr Jahresrückblick 2009 gibts hier.


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