Um 5: Anleger schöpfen neuen Mut – China und Öl bereiten weniger Sorgen

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Nach all den Sorgen um eine abrupte Abbremsung der chinesischen Wirtschaftsdynamik und einem Ölpreisverfall, der die Märke zuletzt belastete, gab es heute zur Abwechslung mal eine Verschnaufpause. Die chinesische Wirtschaft wächst im Rahmen der Erwartungen und der Ölpreis kann sich zumindest stabilisieren. Das gab den weltweiten Börsen heute Auftrieb. Ohnehin kamen die jüngsten Abverkäufe, vor allem auch an den Börsen in China, einer Vorwegnahme einer wirtschaftlichen Vollbremsung im Reich der Mitte gleich. Ganz vergessen wurde dabei der Raum für geldpolitische Stimuli-Fantasien. Dass die chinesischen Börsen heute nicht noch stärker von den Konjunkturdaten profitierten, dürfte an der Sorge der chinesischen Investoren liegen, dass der Yuan noch eine weitere Abwertung vor sich hat.

Eine Analyse, die die Öl-Nachfrage Chinas im vergangenen Jahr auf einem Rekordhoch sieht, stützte heute den Ölpreis. Nicht zuletzt konnte heute die Großbank Morgan Stanley für das vierte Quartal die Erwartungen übertreffen, wie zuvor JP Morgan, was auch für die anlaufende Quartalsberichtssaison einen Hoffnungsschimmer spendet.

Da die Sorgenkinder nun etwas Ruhe geben, rücken die Themen US-Geldpolitik und potenzielle EZB-Stimuli-Maßnahmen wieder etwas stärker in den Fokus, bevor morgen die US-Inflationszahlen veröffentlicht werden und am Donnerstag sich die EZB berät. Im Vorfeld gibt sich letztere verdächtigt bedeckt. Man will wohl eine ähnliche Marktreaktion wie im Dezember vermeiden, wo selbst geschürte Erwartungen nicht erfüllt wurden. Möglicherweise sind aber auch keine Maßnahmen geplant. Positiv anzumerken ist, dass dann auch keine Aktion an den Börsen eingepreist wird. Die Märkte lernen selbstständig zu gehen.

Aus charttechnischer Sicht können die Bullen einen kleinen Teilerfolg verbuchen, indem sie das gestrige Tageshoch verteidigten. Nun rückt kurzfristig die 8.876-Punkte-Marke, ein geöffnetes Gap, in den Fokus. Aber auch auf der Unterseite lauert ein Gap um 9.540 Punkte.

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Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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