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Um 10: DAX rauscht unter die 10.000 – China-Crash, Teil 2

Die chinesische Regierung lässt den Yuan immer schneller abwerten und die Frage drängt sich auf, warum sie es damit so eilig hat. Die Regierung könnte etwas wissen, was die Märkte noch nicht wissen. Die Investoren fürchten sich zunehmend vor einem Abwertungswettlauf an Asiens Währungsmärkten. Wenn ein Land seine Währung abwertet, könnten andere folgen. Am Ende hat aber niemand etwas von diesem Nullsummenspiel.

Es ist nicht klar, wo die Regierung die Grenze für die Yuan-Abwertung sieht. Die Angst vor dem Unbekannten hat den Deutschen Aktienindex fest im Griff. Der Ölpreis nähert sich in großen Schritten der 30-Dollar-Marke. Das Angst-Barometer Gold schlug zeitweise über 1100 US-Dollar aus. Anleger flüchten in Sicherheit und vermeiden jegliche Risiken. Teilweise kommt es auch zu Zwangseindeckungen, da die schnelle Dollar-Aufwertung gegenüber dem Yuan bei Fremdwährungskrediten Verluste erzeugt, die anderswo wieder ausgeglichen werden müssen.

Außerdem dürften auch große Investoren aus dem Nahen Osten und Russland Anteile an deutschen Aktien verkaufen, da sie angesichts der bloßen Geschwindigkeit der Ölpreiskorrektur im schlimmsten Fall in ihren Risikoplänen damit beginnen müssen, mit einem Ölpreis um 20 US-Dollar zu kalkulieren. Da die Zentralbanken dieses Mal nicht einzuschreiten scheinen, um die Korrektur aufzuhalten, macht sich zunehmend Unbehagen an der Börse breit.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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