Und da steht es nun im Raum – das Gespenst Währungsreform

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Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das Gespenst Währungsreform auch bei etablierten Medien und nicht nur in der Blogosphäre diskutiert wird. In einem Interview mit dem Handelsblatt warnt Thorsten Polleit, Chief German Economist bei Barclays Capital, vor der aktuell drastischen Geldmengenausweitung duch die Zentralbanken. Dabei sei seiner Erfahrung nach die Gefahr einer Währungsreform angesichts der „leidvollen Geschichte des staatlichen Geldes“ als real einzuschätzen.

Das Kernproblem sieht Polleit im ungedeckten Papiergeldsystem: „Wenn die Gesellschaften meinen, Probleme lassen sich mit einem Ausweiten der Geldmenge lösen, wird diese Torheit mit Inflation, möglicherweise mit sehr, sehr hoher Inflation, zu bezahlen sein – und mit den damit verbundenen schmerzlichen ökonomischen und politischen Begleiterscheinungen.“

Einen Ausweg aus dem aktuellen Dilemma sieht er im „Free Banking“ also der Privatisierung des Kredit- und Geldsystems: „Die vorhandenen Bankverbindlichkeiten werden an das Gold angebunden, das noch in den Kellern der Zentralbanken lagert. So erhält die ausstehende Papiergeldmenge einen Anker. Danach können Angebot und Nachfrage frei über die Quantität und Qualität des Geldes befinden.“ In der Folge erwartet Polleit die Entstehung eines Goldstandards oder eines Bimetallismus mit dem Fundament aus Gold und Silber.

Polleit ist Honorarprofessor der Frankfurt School of Finance & Management und einer bekanntesten deutschen Vertreter der Österreichischen Schule der VWL. Mit seinen Ansichten ist er jedoch weiterhin ein mehr oder weniger einsamer Rufer im Wald, wenngleich er bereits bspw. im August 2007 vor denselben Dingen gewarnt hat. Neben Polleit hat aber auch bspw. Roland Baader schon seit langem auf diese Probleme aufmerksam gemacht und entsprechende Lösungen aufgezeigt. Siehe dazu auch ein Artikel von ihm auf der Website der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e.V.: Der papierene Selbstmord.


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