Um 10: DAX startet mit Schwung in die Woche – Ölpreis in entscheidender Phase

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent sinkt heute Morgen auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2004. Der neuerliche Sturz beim Ölpreis hängt wie ein Damoklesschwert über den Börsen, allen voran der Wall Street. Dort sorgte ein Ausverkauf bei Energieaktien am Freitag für herbe Verluste von fast 400 Punkten im Dow Jones.

Auch an der Frankfurter Börse blicken die Anleger gespannt auf die weitere Entwicklung des Ölpreises. Währenddessen aber entfaltet der Deutsche Aktienindex zum heutigen Handelsstart neue Dynamik und startet eine kleine vorweihnachtliche Rally über die Marke von 10.700 Punkten. Hatte am Freitag noch der große Verfall am Terminmarkt die Kurse gedrückt, setzt sich nun der Optimismus durch, die saisonal positive Zeit um die Feiertage würde sich auch dieses Jahr wiederholen. Kann sich der Ölpreis stabilisieren und kommen vor allem geldpolitisch vielversprechende Nachrichten aus China, steht einer kurzen Jahresendrally nichts mehr im Weg. Allerdings könnten in der nun beginnenden liquiditätsarmen Vorweihnachtszeit größere Verkaufsorders am Energiemarkt zu Kursturbulenzen auch an den Aktienmärkten führen.

Aber auch an Chinas Börsen setzt man sich zunächst über dieses Unsicherheitsmoment hinweg. An Shanghais Börse spekulieren Anleger auf weitere Geldgeschenke der Zentralbank. Die chinesische Regierung tagt gerade um herauszufinden, wie das Wachstum im Jahr 2016 stabilisiert werden könnte. Der Regierung wird nichts anderes übrig bleiben, als den Yuan weiter abzuwerten und die Geldschleusen noch weiter aufzudrehen. Das gefällt an der chinesischen Börse, die es mit einem Plus von 1,7 Prozent goutiert.

Die europäischen Börsen haben die Hoffnung auf neue Geldgeschenke der EZB aufgegeben. Reuters zufolge sind nur noch 40 Prozent der Analysten der Meinung, dass die EZB 2016 weitere QE-Maßnahmen verabschieden wird. Jedoch helfen die Beschlüsse der amerikanischen Notenbank. Sie haben zu einer Euro-Abwertung gegenüber dem US-Dollar geführt, was positiv für den Export der Eurozone ist. Sollte EUR/USD unter Druck bleiben, hat die EZB automatisch weniger Anreize, ihrerseits zu handeln.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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