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Schlussgong: Die Sache mit den Banken – die neuen Regeln müssen schnell eingeführt werden

An den europäischen Aktienmärkten war es gesterm mit der vorweihnachtlichen Ruhe vorbei. Der DAX stieg auf über 5.900 Punkte und erreichte damit ein neues Jahreshoch. Der Weg nach oben war frei. Doch dann wurde die Wall Street zum Bremsklotz. Der Dow Jones gab in den letzten Handelsstunden die Gewinne ab und landete sogar hauchdünn im Minus. Das könnte morgen früh den europäischen Markt belasten. Im Späthandel schloss der X-DAX mit 5.884 Punkten zwar klar im Plus, das alte Jahreshoch von 5.888 Punkten wurde jedoch wieder unterschritten. Damit wurde das klare Kaufsignal vorerst entwertet.

Gerüchte treiben Bank-Aktien

Große Kurstreiber an den europäischen Börsen waren heute die Bank-Aktien. So führten im DAX die Deutsche Bank und die Commerzbank mit Aufschlägen von 5 bis 7% die Gewinnerliste an. Im EuroStoxx sah das Bild ähnlich aus. Auslöser für diese unerwartete Kursrally der Bank-Werte war die (noch) unbestätigte Meldung, dass die Übergangsfristen für die strengeren Eigenkapitalvorschriften verlängert werden. Angeblich sollen erste Schritte ab 2012 erfolgen und die Endstufe erst in 10 bis 20 Jahren erreicht werden.

Reformen müssen schnell greifen

Wenn das so umgesetzt wird, wäre das ein peinliches Einknicken der Politiker gegenüber der Finanz-Lobby. Es ist verständlich, dass die Banken nicht im Krisenjahr 2009 gezwungen werden können, größere Eigenkapital-Reserven aufzubauen. Woher sollen sie das Geld nehmen? Notverkäufe würden den Markt zu sehr belasten. Auch 2010 muss es wahrscheinlich erst noch größere Aufräumarbeiten geben. Spätestens ab 2011 müssen die Zügel aber angezogen werden. Nur zur Erinnerung: Die Deutsche Bank peilt 2011 einen Rekordgewinn von 10 Mrd. Euro vor Steuern an. Den größten Anteil soll die schwankungsstarke Sparte Investmentbanking erwirtschaften. Bevor die Deutsche Bank wieder voll ins Risiko geht, wäre es schon angebracht, dass die Sicherheitsvorschriften verschärft werden. Die Banken können doch nicht schon jetzt Freifahrtscheine für 2010 und 2011 erhalten.

Die nächsten Spekulationsblasen sind schon in Sicht

Wenn die Reformen einsetzen, sollte die Umsetzung auch relativ zügig geschehen. Eine Übergangsphase von 10 oder sogar 20 Jahren wäre ein schlechter Witz. Das Ziel muss klar vor Augen sein. Ohne Druck verändert sich nichts. Die Zeit drängt auch, weil die Null-Zins-Politik dazu führen wird, dass in den nächsten 2 bis 3 Jahren mit größter Wahrscheinlichkeit riesige Spekulationsblasen entstehen werden. Das Kapital, das jetzt aus dem “langweiligen” Zinsmarkt flieht, wird sich eine neue Spielwiese suchen. Wenn diese Blasen mittelfristig platzen, sollten die Banken bereits über einen Sicherheitspuffer verfügen. Die Zeit drängt also!


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