Im Fokus RWE: Das war erst der Anfang

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Bildquelle: Pressefoto RWE

Nach E.ON plant nun auch RWE (WKN 703712) mithilfe einer Aufspaltung den ganz großen Befreiungsschlag. Doch auch bei den Essenern dürfte die Aufspaltung nur der Anfang und nicht das Ende eines Prozesses hin zu einer möglichen Erholung sein.

E.ON hatte sich frühzeitig für eine Loslösung von Bereichen wie Kohle und Gas entschieden. So konnte man im Zuge des Berichts zum dritten Quartal am 11. November verkünden, dass man mit der operativen Trennung der Aktivitäten auf die Zielgerade zugeht und Uniper wie geplant schon im Januar 2016 operativ an den Start gehen soll. Ab diesem Zeitpunkt will E.ON nur noch für die zukunftsträchtigen Bereiche Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen stehen. RWE wollte lange Zeit nicht einen ebenso radikalen Schritt wagen. Allerdings stellte sich angesichts der Bevorzugung der Erneuerbaren Energien in den Netzen und des Verfalls der Strompreise im Großhandel partout keine Besserung ein, so dass RWE am 1. Dezember die eigenen Aufspaltungspläne verkündete.

Anders als bei E.ON, will RWE die Erneuerbaren Energien, Netze und den Vertrieb im In- und Ausland in eine neue Tochtergesellschaft überführen und an die Börse bringen. Die neue Tochtergesellschaft wird voraussichtlich gegen Ende des nächsten Jahres an der Börse eingeführt werden. Im Zuge einer Kapitalerhöhung sollen rund 10 Prozent des Aktienkapitals platziert werden. Zeitgleich oder nachfolgend können weitere Anteile an der neuen Gesellschaft veräußert werden. Der RWE-Mutterkonzern wird sich auf die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel konzentrieren.

Dass bei RWE irgendetwas passieren musste, zeigte sich einmal mehr an den Ergebnissen zum dritten Geschäftsquartal 2015. Laut Unternehmensangaben vom 12. November fiel das bereinigte Nettoergebnis gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf 545 Mio. Euro. Für den deutlichen Rückgang hatte auch eine erhöhte Steuerquote gesorgt. Zwar bestätigte RWE das Jahresziel eines bereinigten Nettoergebnisses von 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro, nach 2,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Allerdings wurde die Prognose mit der Einschränkung versehen, dass die Ziele möglicherweise nur knapp erreicht werden könnten.

Auch wenn eine Aufspaltung für sich genommen noch nicht alle Probleme von RWE löst, scheint das Essener DAX-Unternehmen zumindest gewillt zu sein, endlich die ganz großen Unsicherheiten aus der Welt zu schaffen. Eine weitere Unsicherheit stellt der Ausgang der Gespräche mit der Bundesregierung dar. Dabei geht es um Fragen, wie sich RWE, E.ON & Co von zukünftigen finanziellen Risiken des deutschen Atomausstiegs freimachen und einige dieser Risiken eventuell auf die Allgemeinheit übertragen können. Mit ihren Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Atomausstiegs haben die Versorger zumindest ein wichtiges Argument in der Tasche. Bei einem für sie positiven Ausgang der Verhandlungen könnten sie diese Klagen im Gegenzug fallen lassen. Bis diese und andere Unsicherheiten jedoch aus der Welt sind, dürfte noch viel Zeit vergehen.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der RWE-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN XM7ADG) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,41, die Knock-Out-Schwelle bei 8,50 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN XM8SLU), aktueller Hebel 3,04; Knock-Out-Schwelle bei 14,00 Euro) auf fallende Kurse der RWE-Aktie setzen.

Stand: 10.12.2015/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

© Deutsche Bank AG 2015
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