Um 5: DAX müht sich aus der Verlustzone – Euro klopft an die 1,10 US-Dollar

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Derzeit fehlen die Impulse, die den Deutschen Aktienindex wieder in die Spur bringen könnten. Zwar bemühte sich der Index am Nachmittag dank steigender Kurse an der Wall Street um Schadensbegrenzung und holte einen Großteil seiner Verluste wieder auf. Mehr aber ist zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht drin. Eine noch vor einer Woche sehr wahrscheinliche Jahresendrally ist wegen zunehmender Unsicherheit zumindest für den Moment abgesagt.

Ein steigender Eurokurs zum Dollar ist den Anlegern am deutschen Aktienmarkt ein Dorn im Auge. So wurde der kräftige Anstieg der Gemeinschaftswährung heute zum Anlass genommen, den DAX zeitweise unter die Tiefs der Pariser Terroranschläge fallen zu lassen. Der Kursanstieg im Euro auf fast 1,10 US-Dollar straft heute all jene Lügen, die davon ausgingen, das die jüngsten Gewinne zum Dollar übertrieben waren. Der Euro kletterte heute weiter über die Hochs, die nach der EZB-Sitzung erreicht wurden.

Die Abschwächung des Dollars hat auch damit zu tun, dass die chinesische Regierung den Yuan wieder abwerten lässt. Über Nacht sank die chinesische Währung auf den tiefsten Stand seit August. Damals sorgte die plötzliche Abwertung des Yuan für Verwerfungen an den Märkten. Anleger rätseln nun darüber, ob die chinesische Regierung nach der Aufnahme des Yuan in den Korb der weltweiten IWF-Reservewährungen eine weitere dynamische Abwertung des Yuan zulassen wird..

Ein Datenproblem beim Börsenbetreiber Euronext führte heute Nachmittag dazu, dass etwa alle Kursstellungen für den französischen Leitindex CAC40 eingestellt wurden. Dies trug genauso wenig zur Beruhigung der Gemüter bei wie schwächere Großhandelsdaten aus den USA oder die enttäuschenden Exportdaten aus Deutschland.

Nach der Lockerung von Handelsauflagen rutschten griechische Aktien heute auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise des Jahres 2009. Diese Handelsrestriktionen wurden mit der dreiwöchigen Schließung der Banken und der Börse im Sommer dieses Jahres beschlossen.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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