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Um 10: DAX ohne Kraft nach oben – Euro steigt weiter

Die Troika aus schlechten China-Daten, einem wieder stärkerem Euro und einer Ausverkaufsstimmung am Ölmarkt hat die Verunsicherung nach dem Draghi-Verwirrspiel der vergangenen Woche an den Märkten noch einmal verstärkt. Zeitweise rauschte der Deutsche Aktienindex gestern 300 Punkte in die Tiefe. Heute Morgen nun fällt eine Erholung schwer, die positiven Impulse fehlen, die Verunsicherung überwiegt. Hinzu kommt mit weiter fallenden Rohstoffpreisen nun noch die Angst vor einer weltweiten Deflation.

Eigentlich hatten sich Anleger die Vorweihnachtszeit und das Jahresende am deutschen Aktienmarkt ganz anders vorgestellt: Der Euro sollte zur Parität zum Dollar fallen, während die Europäische Zentralbank die Dicke Berta in Stellung bringt. Die 200-Tage-Linie im DAX war auch schon überwunden und mit den Geldgeschenken der EZB im Rücken hörte man nicht wenige, die auf der Anzeigetafel auf dem Frankfurter Börsenparkett schon wieder 12.000 Punkte vorhersagten.

Heute, am 9. Dezember und damit genau eine Woche vor der US-Notenbanksitzung, gestaltet sich die Situation etwas anders. Es besteht kein geldpolitischer EZB-Schutzschirm, der die Eurozone gegen die anhaltenden Probleme in China schützen könnte. Der Euro hat die wichtige Unterstützung bei 1,0819 US-Dollar zurückerobert und sogar erfolgreich getestet. Heute Morgen geht es weiter aufwärts. Ein Überschreiten des Donnerstagshochs von 1,0981 US-Dollar würde charttechnisch als Versuch gewertet, hier einen mittelfristigen Boden im EUR/USD auszubilden, solange die Tiefs vom 3. Dezember bei 1,05 US-Dollar nicht mehr unterschritten werden.

Große Banken heben ihre Kursziele für EUR/USD an, die Wahrscheinlichkeit für die Parität des Euro zum USD ist gesunken. Das nutzt dem Goldpreis, der 27 US-Dollar über seinen Tiefs notiert, obwohl die Wahrscheinlichkeit für einen kleinen US-Zinsschritt in sieben Tagen jetzt schon auf 83 Prozent gestiegen ist.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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