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Um 5: DAX stürzt ab – Super-Mario wird zum Spielverderber

Strafzins rauf, Anleihekaufprogramm um mindesten sechs Monate verlängert und weiter Gewehr bei Fuß, so lauten in Kurzform die Ergebnisse der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank. Aber all das reichte der Börse nicht, das „Mehr“ an Laufzeit wollten die Anleger auch beim Volumen des aktuell laufenden Programmes hören. Diese Hoffnung aber wurde nicht erfüllt. Die Erwartungen waren dieses Mal einfach zu hoch, so dass der sonst für die Märkte so verlässliche EZB-Präsident Draghi vom Super-Mario fast schon unweigerlich zum Spielverderber werden musste und damit die Börsenparty beendete.

Der Deutsche Aktienindex fiel daraufhin unter seine vorher durchbrochenen Widerstände, die bei der großen Enttäuschung keine große Unterstützung auf dem Weg nach unten darstellten. Wieder zurück im Abwärtstrend und die 200-Tage-Linie futsch, die Vorzeichen für den Rest der Jahres haben sich mit dem heutigen Tag stark eingetrübt. Die Jahresendrally könnte damit schneller beendet worden sein als sie so richtig in Fahrt gekommen ist.

Der Euro schaltete im selben Atemzug den Turbo ein und kratzte sogar wieder an der Marke von 1,09 US-Dollar. Noch während der laufenden Pressekonferenz mussten alle die, die schon die Parität zum Greenback vor Augen hatten, auf den jetzt in die andere Richtung fahrenden Zug aufspringen. Ganze drei Cent mehr für die Gemeinschaftswährung als noch am Mittag waren ein zusätzlicher Partykiller für die europäischen Börsen.

Charttechnisch ist im DAX so einiges wieder kaputt gegangen am heutigen Handelstag. Das Spiel mit dem Widerstand um die 11.000er Marke startet jetzt wieder von Neuem, wird nun aber ungleich schwerer werden. Mindestens sollte jetzt die 11.845er Marke auf dem Weg nach unten verteidigt werden, um keinen Rückfall auf 10.500 Punkte zu riskieren.

Andreas Paciorek

Ein Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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