Um 10: DAX vor der EZB-Entscheidung – Wie viel Taten folgen den vielen Worten?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Viel wurde an der Börse in den vergangenen Wochen spekuliert, wie stark Mario Draghi die Geldpolitik in der Eurozone noch lockern wird. Heute nun werden endlich Tatsachen geschaffen. Damit steht mit diesem Donnerstag wohl einer der wichtigsten und wegweisendsten Tage für die Finanzmärkte an. Am Nachmittag wird die Europäische Zentralbank ihre Entscheidung über mögliche zusätzliche Stimuli bekanntgeben. Diesem Termin fiebern die Börsianer seit Wochen entgegen.

Die hohen und in die Kurse bereits eingepreisten Erwartungen haben die EZB-Geldpolitiker durch ihre Worte in den vergangenen Wochen selbst geschürt. Damit haben sie aber auch eine Situation geschaffen, in der es schwer wird, diese Erwartungen zu erfüllen oder wie oft in der Vergangenheit sogar noch zu übertreffen, um den Markt nicht zu enttäuschen. Die Investoren hoffen auf eine Senkung des Bankeneinlagensatzes, eine Erhöhung des monatlichen Wertpapier-Aufkaufvolumens und auf eine Verlängerung des Programms über den September 2016 hinaus. Das wäre ein ziemlich großes Maßnahmenpaket vor dem Hintergrund, dass die Konjunkturdaten aus der Eurozone sich zuletzt ziemlich robust gezeigt haben.

Aber wenn „Super-Mario“ auch heute entschlossen dem Markt noch einmal richtig kräftige Stimuli liefert, könnte das dem DAX den entscheidenden Kick für eine Jahresendrally in die Region von 11.700 Punkten liefern.

Neben der EZB-Geldpolitik blicken die Marktteilnehmer aber auch auf den weiteren Pfad der US-Notenbank, die zusehends auf eine Zinsanhebung in knapp zwei Wochen zusteuert. Während die Situation in der EZB-Geldpolitik einfacher scheint: Große Stimuli bedeuten gleich positive Impulse für den DAX & Co, ist die Situation bei der Fed etwas komplizierter. Sicherlich liefert eine Zinsanhebung in den USA ein zuversichtliches Signal für die US-Wirtschaft. Diese muss allerdings dann auch beweisen, dass sie mit einem teuren US-Dollar zurechtkommt. Die Schwellenländer wiederum sorgen sich um einen potenziellen verstärkten Kapitalabfluss.

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Aus charttechnischer Sicht ist der DAX gestern bis auf die 200-Stunden-Linie um aktuell 11.080 Zähler zurückgefallen, konnte sich dort aber fangen. Nun rückt die nach unten durchbrochene Unterstützungslinie um 11.240 Punkte als Widerstand in den Fokus. Übergeordnet steht die 11.450-Punkte-Zone im Fokus, da ein Ausbruch darüber den Weg zum August-Hoch um 11.670 Punkte ebnen könnte. Auf der Unterseite sollte möglichst die 11.845 verteidigt werden, um keinen erneuten Rückfall zur 10.500 zu riskieren.

Andreas Paciorek

Ein Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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