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Um 5: DAX in Wartestellung – Morgen werden endlich Tatsachen geschaffen

Die Nervosität an der Börse steigt, umso näher der Termin der Entscheidung der Europäischen Zentralbank am morgigen Donnerstag rückt. Die Erwartungen sind hoch, das Enttäuschungspotenzial damit aber auch. Bislang hat der EZB-Präsident Mario Draghi zwar immer geliefert, wenn er musste. Was nun aber von ihm und seinen Kollegen erwartet und in die Kurse eingepreist wird, könnte der berühmte Schnaps zu viel sein.

Die heute schwächer als erwarteten Inflationszahlen aus der Eurozone sorgten daher auch nur kurz für einen Freudensprung des DAX. Und auch wenn die am Nachmittag besser als prognostizierten ADP-Arbeitsmarktdaten aus den USA ein weiteres Argument für ein Auseinanderdriften der Geldpolitik von Europäischer Zentralbank und Federal Reserve lieferten und den Euro schwächten, werden die Anleger am deutschen Markt nun vorsichtiger und nehmen Gewinne mit. Denn nach den gestrigen guten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone könnte der Handlungsdruck auf die EZB gesunken sein, morgen tatsächlich das ganz große Besteck herauszuholen.

Die bei den Marktteilnehmern schon einer Vorwegnahme gleichende Erwartungshaltung an eine spendable EZB hält den DAX zwar aktuell noch auf hohem Niveau. Schwierig ist dabei abzuschätzen, welche Maßnahmen bereits von den Märkten eingepreist werden. Sollte morgen aber keine Ausweitung des Anleihekaufvolumens beschlossen werden, wäre dies eine herbe Enttäuschung und könnte zu einer heftigen negativen Reaktion an den Aktienmärkten führen. Morgen um diese Zeit werden wir hier mehr wissen.

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Aus charttechnischer Sicht konnte der DAX heute die charttechnische Marke bei 11.240-Zählern nicht verteidigen, was einen Test der 11.150-Zähler–Marke ermöglichen könnte. Darunter könnte dann die 200-Stunden-Linie um 11.067 angesteuert werden. Insgesamt bleibt der DAX allerdings bullisch, solange die 10.860 gehalten wird. Auf der Oberseite verwandelt sich die vormalige Unterstützung um 11.240 nun in einen Widerstand. Gelingt die Rückeroberung, stellt die 11.325-Punkte-Marke einen Widerstand dar. Übergeordnet rückt das August-Hoch um 11.670 Zähler in den Fokus, sollte der Anstieg über 11.450 gelingen.

Andreas Paciorek

Ein Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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