Um 10: DAX stabil, mehr aber nicht – Positionierungen vor der EZB-Entscheidung

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Nach den gestrigen Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt stabilisiert sich der DAX zum heutigen Handelsstart. Ein Grund für die Verkäufe gestern war die Veröffentlichung guter Konjunkturdaten aus der Eurozone, während die Daten aus den USA enttäuschten. Nach der niedrigsten Arbeitslosenquote in Deutschland seit 1991 und der Eurozone seit 2012 und starken Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes kam leichter Verkaufsdruck an der deutschen Börse auf.

Denn die aktuelle Rally im DAX wird in erster Linie getragen von der Hoffnung auf neue EZB-Stimuli. Bei diesen Zahlen allerdings nimmt der Handlungsdruck auf die Notenbank etwas ab, so die Befürchtungen der Börsianer. Und Mario Draghi muss am morgigen Donnerstag sehr viel tun, um die Märkte nicht zu enttäuschen. Damit stehen auch die heutigen Inflationszahlen aus der Eurozone verstärkt im Fokus.

Aus den USA gestern das gegenteilige Bild: Der ISM-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fällt auf den tiefsten Stand seit 2009, also dem damaligen Beginn des QE-Programmes. Nun will die Fed allerdings anders als damals die Zinsen anheben. Einige aus dem Kreis der Fed macht das nervös, so gestern Chicago-Fed-Präsident Evans und über Nacht Fed-Mitglied Brainard.

Nichtsdestotrotz, an den Markterwartungen an ein umfangreiches EZB-Maßnahmenpaket als auch einer Zinserhöhung in den USA auf der Fed-Sitzung am 16. Dezember haben die gestrigen Datensätze nicht gerüttelt. Die Vorfreude bleibt eingepreist, Mario Draghi muss liefern.

Aus charttechnischer Sicht lief der DAX gestern im Hoch bis an die deckelnde Linie vom 23. Oktober sowie dem Tief vom 10. August um 11.430 Zähler heran. Gelingt der Ausbruch über diese Trendlinie und die horizontale Marke um 11.450 Punkte, wäre der Weg in Richtung August-Hoch um 11.670 geebnet. Auf der Unterseite rücken die 11.240, darunter die 11.150 als potenzielle Unterstützungen in den Fokus.

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Andreas Paciorek

Ein Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de

 


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