Wochenrückblick KW48: Rummel am Black Friday, Totenglöckchen bei RWE und E.ON?

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In den USA begann am gestrigen Freitag die Hochphase des Weihnachtsshoppings. Am sogenannten „Black Friday“ startet der amerikanische Einzelhandel mit riesigen Rabattschlachten in den Endspurt des Weihnachtsgeschäfts. Der Tag nach Thanksgiving ist daher auch traditionell der umsatzstärkste Tag der US-Händler. Aus eben diesem Umstand rührt auch der Name des Brückentags: Aus den bisherigen roten Zahlen werden nämlich quasi über Nacht schwarze. Der technologische Wandel sorgt natürlich auch hier für Veränderungen. Der Online-Handel initiierte aufgrund des „Black Friday“-Rummels ein ganz eigenes Shopping-Erlebnis: Den Cyber Monday. Am kommenden Montag wird der weltweite Online-Handel also mit ähnlichen Rabattschlachten in das Weihnachtsgeschäft einsteigen. Da das Internet jedoch keine Öffnungszeiten kennt, laufen die besagten „Cyber Monday“-Aktionen zum Teil bereits seit Thanksgiving oder noch früher. Beim Branchenvorreiter Amazon kann man bereits seit letztem Montag jeden Tag shoppen was das Zeug hält und dabei von speziellen Angeboten – zeitlich- und mengenmäßig begrenzt – profitieren. Und wo er schon mal da ist, lässt der Verbraucher deutlich mehr Geld im Online-Shop, als eigentlich gewollt. Der Handel hat am Ende also alles richtig gemacht und kann sich über Umsätze und auch Gewinne freuen. Für Anleger dürfte das Shoppen derweil auch positive Auswirkungen haben.
Von solchen freudigen Ereignissen sind Anleger bei RWE (WKN 703712) und E.ON (WKN ENAG99) weit entfernt. Vor allem RWE steht angesichts von Gerüchten um eine notwendige Kapitalerhöhung unter Druck. Die ganze Woche über ging es hauptsächlich nach unten, nachdem am Montag Spitzenverluste von 7 Prozent zu verkraften waren. Die Fragezeichen rund um die beiden Versorger werden von Monat zu Monat größer, beide Aktie nähern sich wieder ihren jüngsten Tiefs an. Weihnachten dürfte bei diesen Aktionären dieses Jahr (und vermutlich auch in Zukunft) ausfallen.

Deutschland

2014 durfte adidas (WKN A1EWWW) als offizieller Ausrüster der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Trikots der Weltmeister beisteuern. Außerdem wurde rechtzeitig für das aktuelle Weihnachtsgeschäft das Trikot für die im kommenden Jahr stattfindende Europameisterschaft präsentiert. Allerdings scheint es nicht selbstverständlich zu sein, dass die Herzogenauracher auch weiterhin Sponsor bleiben. Unsere Einschätzung dazu hier.
Trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds konnte der Konsumgüterkonzern Henkel (WKN 604843) im dritten Quartal seine Umsatzerlöse auch aus eigener Kraft deutlich steigern. Außerdem wurde die Profitabilität weiter verbessert, während sich der DAX-Konzern für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie in 2015 optimistischer zeigen konnte. Trotzdem könnte der Markt die Aussichten unterschätzen. Mehr dazu hier.
In diesem Jahr beherrschten zwei Themen die Nachrichtenlage unter den Automobilherstellern ganz besonders. Das sind die Markteintrübung in China und ganz besonders der Abgas-Skandal bei Volkswagen (WKN 766403). Daimler (WKN 710000) konnte sich diesem negativen Umfeld unter den deutschen Anbietern am besten entziehen. Doch auch BMW (WKN 519000) konnte zuletzt überzeugen. Mehr dazu hier.
Vor Jahren hatte Mercedes-Benz noch seinen Spitzenplatz im Premiumsegment der Autobranche verloren. Auf Platz eins war zuletzt BMW zu finden. Selbst die VW-Tochter Audi hatte die Schwaben überflügelt. Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Autobranche vom Abgas-Skandal bei Volkswagen und der Markteintrübung in China mitgenommen wird, könnte nun aber Daimler (WKN 710000) mit seiner Pkw-Marke jedoch auf den Thron zurückkehren. Mehr dazu hier.
Die Fresenius-Aktie (WKN 578560) konnte seit Jahresbeginn rund 60 Prozent an Wert zulegen und ein neues Allzeithoch verbuchen. Somit ist die Aktie Top Performer im DAX in 2015. Angesichts der jüngsten Geschäftserfolge und guter Wachstumsaussichten sollten weitere Höchststände erreicht werden. Mehr dazu hier.
Die Aktie des Chipherstellers Infineon (WKN 623100) schoss am Donnerstagvormittag um knapp 10 Prozent in die Höhe. Natürlich sprang dabei auch die Spitzenposition im DAX heraus. Zuvor hatte Infineon die gute Stimmung mit der Ankündigung einer höheren Dividende angeheizt. Doch auch sonst hatte das Unternehmen viele gute Nachrichten parat. Unsere Einschätzung dazu hier.

International

Einige Investoren sorgen sich, dass ein mögliches Ende des Smartphone-Booms Apple (WKN 865985) unvorbereitet treffen könnte. In einemsolchen Fall könnte der iPhone-Hersteller das Schicksal einstiger Größen am Handy-Markt wie Nokia (WKN 870737) oder BlackBerry (WKN A1W2YK) teilen. Allerdings zeigt sich nun ein weiteres Mal, dass diese Sorgen übertrieben sind. Unsere Einschätzung dazu hier.
Ein letztes Mal durfte der PC-Riese Hewlett-Packard (HP) als Ganzes über seine Quartalsergebnisse berichten. Jetzt, da das schwächelnde Geschäft mit PCs und Druckern, HP Inc. (WKN A142VP), von den zukunftsträchtigen Bereichen mit Servern, Software und Dienstleistungen für Firmen, Hewlett-Packard Enterprise (HPE) (WKN A140KD), getrennt wird, hatten Anleger auf erfreuliche Aussagen zu den neuen Wachstumsbereichen gehofft. Doch diese Erwartungen wurden nur zum Teil erfüllt. Mehr dazu hier.
Anleger, die mithilfe von Goldminenwerten wie Barrick Gold (WKN 870450) auf steigende Goldpreise gesetzt haben, wurden zuletzt (wieder einmal) enttäuscht. Die Hoffnung lag hier wohl unter anderem auf einer späteren US-Zinswende. Doch das Thema könnte sich spätestens im Dezember erledigt haben… Mehr dazu hier.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis (WKN 904278) hatte im dritten Quartal mit vielen Sonderbelastungen zu tun. Ganz besonders schmerzlich war erneut die Stärke des US-Dollar. Nun aber versetzten die Analysten bei Vontobel den Baslern einen weiteren Tiefschlag. Mehr dazu hier.
Im dritten Quartal musste der neue Baustoffriese LafargeHolcim (WKN 869898) beim operativen Ergebnis (betrieblicher EBITDA) einen satten Gewinnrückgang um 16,1 Prozent auf 1,64 Mrd. CHF hinnehmen. Außerdem zeigten sich negative Währungseinflüsse und in einigen Märkten auch eine schwache Konjunktur, während die Nettoverschuldung zum Jahresende höher als gedacht ausfallen dürfte. Alles kein Problem! Unser Einschätzung dazu hier.
Die gefallenen Ölpreise haben den Kurs der Aktie des Ölbohrkonzerns und Tiefsee-Bohrspezialisten Transocean (WKN A0REAY) zuletzt stark belastet. Aufgrund der geschrumpften Marktkapitalisierung drohte der im SMI gelisteten Aktie der Abstieg aus dem Schweizer Leitindex. Offenbar will man einer solchen Blamage vorzeitig entgehen. Mehr dazu hier.
Weder das Niedrigzinsumfeld noch ein Hagelunwetter im dritten Quartal konnten den österreichischen Versicherungskonzern UNIQA (WKN 928900) zuletzt aus der Bahn werfen. So schafften es die Wiener den Gewinn nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2015 nach oben zu schrauben und die ambitionierten Jahresziele zu bestätigen. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen wird es in der kommenden Woche noch einmal deutlich ruhiger. Es stehen u.a. die Zahlen von Bob Evans (Dienstag); Barnes & Noble, Dollar General, Kroger, Medtronic (Donnerstag); Big Lots, WINCOR NIXDORF (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
08:00 DE Einzelhandelsumsatz (Oktober)
14:00 DE Verbraucherpreise (November)
15:45 US Chicago Einkaufsmanagerindex (November)
16:00 US Schwebende Hausverkäufe (Oktober)

Dienstag
09:55 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (November)
09:55 DE Arbeitsmarktdaten (November)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (November)
11:00 EU Arbeitsmarktdaten (Oktober)
16:00 US ISM-Index verarb. Gewerbe (November)
16:00 US Bauausgaben (Oktober)

Mittwoch
11:00 EU Erzeugerpreise (Oktober)
11:00 EU Verbraucherpreise (November)
14:15 US ADP-Arbeitsmarktreport (November)
14:30 US Produktivität (Q3)
20:00 US Beige Book

Donnerstag
09:55 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (November)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (November)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (November)
11:00 EU Einzelhandelsumsatz (Oktober)
13:45 EU EZB Zinsentscheid
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
16:00 US Auftragseingang Industrie (Oktober)
16:00 US ISM-Index Dienstleistungen (November)

Freitag
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Oktober)
14:30 US Handelsbilanz (Oktober)
14:30 US Arbeitsmarktdaten (November)

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