Schöne Bescherung: Was beim Schenken alles schiefgehen kann

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie viele andere Menschen auch, nicht so begabt im Schenken, weil ich oftmals Dinge kaufe, die vor allem mir selbst gefallen und die sich andere wohl eher nicht kaufen würden. Deshalb bekommen in unserer Familie nur noch die Kinder Weihnachtsgeschenke, für uns Erwachsene haben wir hingegen die Bescherung abgeschafft.

Eigentlich sollen Geschenke ja von Herzen kommen und den Eindruck vermitteln, man habe sich bei der Auswahl etwas gedacht. Insofern ist die Frage: „Was wünschst Du dir denn zu Weihnachten?“ in den meisten Fällen besonders deplatziert, da man sich häufig sowieso nicht an die Vorgaben hält. Am Ende wählt man doch lieber selbst ein Geschenk aus – es soll ja etwas Besonderes und Fantasievolles und nicht nur die Befolgung einer Vorgabe sein. Wie jedoch die Ergebnisse einer Studie zutage fördern, wird das, was wir uns als tolle Überraschung ausgedacht haben, vom Empfänger offenbar nicht so gesehen. Obgleich sich die Schenkenden wahrscheinlich erheblich mehr Mühe gegeben haben, etwas Originelles zu finden, bevorzugen die Empfänger eigentlich das, was sie sich – oft im Rahmen einer Wunschliste – gewünscht haben.

Oder der liebe Partner wünscht sich nur ein einziges Geschenk. Womöglich auch noch ein besonders kostspieliges. Aber es fühlt sich doch etwas seltsam an, wenn unter dem Weihnachtsbaum nur eine einsame, aber sündhaft teure Handtasche steht. Da muss doch noch mindestens eine kleine Überraschung dazu, mag sich manch einer denken. Aber wie schon gesagt: Überraschungen haben es manchmal in sich. Nicht nur dass sie dem Beschenkten nicht gefallen. Nein, die Perlen an den zusätzlich unter dem Weihnachtsbaum liegenden Ohrringen sind im schlimmsten Fall nicht nur unecht. In jedem Fall hat so eine Dreingabe den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Aufmerksamkeit von der Hauptattraktion abgelenkt wird und diese in Sekundenschnelle in der Wahrnehmung des Beschenkten rasant an Wert verliert.

Verschenken Sie schöne Erlebnisse

Man kann es also nur falsch machen. Und wenn ich Ihnen jetzt auch noch von einer weiteren Erkenntnis oben genannter Studie berichte, werden Sie vermutlich noch mehr mit dem Kopf schütteln. Denn jenseits aller Wunschlisten gibt es noch etwas, was Beschenkten noch lieber haben: Geld. Und das ausgerechnet an Weihnachten, wo ein Briefumschlag gefüllt mit frisch gedruckten Euro-Noten als besonders unpersönlich und ideenlos gilt. Ich kenne niemanden, der Bargeld auf seine Wunschliste zu Weihnachten schreiben würde. Vielleicht, weil man sich nicht traut, so konkret nach Geld zu fragen…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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