Zwischen Schampus und Gänsewein

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Insbesondere in der Zeit kurz vor Sylvester bevorzugen die Menschen doch wohl eher den Champagner und lassen die schönen Augenblicke des zurückliegenden Jahres noch einmal mal an sich vorüberziehen. Obwohl wir Deutschen landläufig doch mehr als ein Volk der Nörgler abgestempelt werden, sollten wir durchaus auch mal innehalten und eine Standortbestimmung vornehmen.
Der Mehrheit der Bundesbürger geht es vergleichsweise gut. Auch, wenn viel über die Flüchtlingssituation diskutiert wird, und Menschen sich Sorgen und Gedanken machen. Darüber hinaus hellt sich die Stimmung in der Wirtschaft auf. So zumindest berichtet es das Ifo-Institut. Ein erfreulicher Befund, zumal die globalen Unsicherheiten eher zugenommen haben. Dennoch bleiben Fragen.
Kommt die Zinswende in den USA und wenn ja, was bedeutet dieser Schritt für die Kapitalmärkte? Schaffen die Schwellenmärkte den Turnaround? Nicht zu vergessen die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China und die damit verbundenen Auswirkungen auf andere Märkte.

Lediglich eines ist sicher: Das Jahr 2016 wird Überraschungen parat halten.

Abseits der reinen Faktenlage und Zahlenkolonnen ist es immer spannend zu beobachten, wer welche Finanzprodukte kauft und somit für Mittelzuflüsse sorgt. Institutionelle und semiprofessionelle Investoren haben den Dreh raus und sind entsprechend allokiert.
In Bezug auf die privaten Anleger muss immer wieder festgestellt werden, dass sie zu wenig Wert auf die Altersvorsorge legen. Die hohe Bedeutung der finanziellen Absicherung im Alter muss immer wieder erklärt werden. Zugegeben, ein leichtes Gegensteuern in den Portfolien hat schon stattgefunden. Gemischte Lösungen, mit Sparplänen und/oder Mischfonds in unterschiedlichen Ausprägungen bestimmen die Absatzstatistiken.

Schwerer wiegt, dass sich nach einer aktuellen Umfrage der comdirect jeder Siebte Privatanleger in Deutschland nicht um seine Geldanlage kümmert. Ein Fünftel prüft seine Anlagen hingegen immerhin ein- bis zweimal oder mehrmals im Jahr. Zudem beschäftigen sich Männer häufiger mit ihren Finanzen als Frauen. Dabei sollten gerade Frauen im Hinblick auf ihre eigene Erwerbsbiographie den Themen Geldanlage und Vorsorge mehr Aufmerksamkeit widmen. Mit ausgewogenen Depots, in denen Zertifikate zunehmend einen Stammplatz haben, lässt sich das gut umsetzen und einträgliche Renditen erzielen. Eine Botschaft, die es auch im nächsten Jahr zu unterstreichen gilt. Die Bandbreite an strukturierten Produkten ist bekanntlich immens. Anleger, die nicht zu den Selbstentscheidern zählen, sollten sich intensiver kümmern, sich informieren und beraten lassen bevor sie zugreifen. Denn nicht hinter jeder Story steckt ein erfolgreiches Finanzprodukt.

Was bleibt hängen von 2015? Der große Crash, wie von einigen Auguren zu Jahresbeginn vorhergesagt, ist bis dato ausgeblieben. Insofern können wir anstoßen und hoffen, dass es auch im nächsten Jahr in geordneten Bahnen weitergeht. Spannend wird es auf jeden Fall.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Bildquelle: dieboersenblogger.de / DDV


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