Um 10: DAX wieder im Seitwärtstrend – Zurückhaltung ist angesagt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Nach dem gescheiterten Ausbruchsversuch über die wichtigen Hürden 200-Tage-Linie und Abwärtstrendkanal ist der Deutsche Aktienindex wieder in seinen Seitwärtstrend der vergangenen vier Wochen zwischen 10.600 und gut 11.000 Punkten zurückgekehrt. Hierfür die Schuld allein dem Zwischenfall im Nahen Osten um den abgeschossenen Kampfjet zu geben, wäre aber zu kurz gegriffen. Wichtig ist, dass die Allianz gegen den IS-Terror jetzt nicht bröckelt und die Lage in der Krisenregion nicht weiter eskaliert. Da alle Beteiligten aber genau daran nicht interessiert sein dürften, sollten sich die Auswirkungen auf die Finanzmärkte in Grenzen halten.

Zweifelsohne drücken die drohenden geopolitischen Spannungen auf die Stimmung der Anleger, der größere Faktor für die Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt gestern aber war eher der schon Tage zuvor schwindende Mut der Anleger zu Anschlusskäufen nach Bruch des Widerstands. In einer verkürzten Handelswoche durch den US-Feiertag morgen und der Sitzung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche sollte es für den DAX nun sehr schwer werden, den Seitwärtstrend abermals zu verlassen.

Der Anstieg des Ölpreises wirkt einerseits zwar etwas stützend für die Aktienmärkte. Da der Grund aber in der Sorge um geopolitische Spannungen zu suchen ist und weniger aus einem zurückkehrenden Optimismus in Sachen Weltkonjunktur resultiert, hält sich die Freude darüber in Grenzen. Interessant ist die Stabilität des Euro in den vergangenen Stunden, der aber damit als Katalysator für steigende Aktienkurse in Europa ebenso wegfällt.

Am Nachmittag stehen noch einige US-Konjunkturdaten an, die nur dann interessant sein dürften, wenn sie in negativer Hinsicht stark überraschen. Denn alles andere dürfte an der Erwartung einer Zinserhöhung in den USA im Dezember nicht mehr viel ändern. Somit bleiben mögliche Impulse wohl auch heute Mangelware und damit die zu erwartende Handelsspanne beim DAX begrenzt.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de

 


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