Um 5: DAX wieder unter 11.000 Punkten – Geopolitische Sorgen sind zurück

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Die Geopolitik in Form von Sorgen über eine Verschlechterung der politischen Lage im Nahen Osten ist wieder zurück an der Börse. Die Terroranschläge von Paris konnten die Märkte noch ganz gut wegstecken. Die nun drohenden ernsthaften Verstimmungen zwischen der Türkei und Russland nach dem Abschuss eines Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze aber führten heute zu weltweit fallenden Aktienkursen.

Der Deutsche Aktienindex fiel in dieser Gemengelage wieder unter die Marke von 11.000 Punkten. Diese Reaktion kommt aber auch deshalb nicht ganz unerwartet, betrachtet man die Zurückhaltung der Käufer nach dem Überwinden des technischen Widerstands knapp über 11.000 Punkten. Kommt dann noch so eine Nachricht in den Markt, werden erst einmal Gewinne auf breiter Front mitgenommen.

Und in einer Woche, die wegen des nahenden Thanksgiving-Feiertages in den USA und einem damit verbundenen langen Wochenende von eher mauen Umsätzen geprägt ist, beschleunigt sich eine solche Abwärtsbewegung auch gern einmal. Aber es ist auch die Zurückhaltung vor der dann anstehenden Handelswoche, die kaufwillige Anleger eher an die Seitenlinie treibt.

Am kommenden Montag wird der Internationale Währungsfonds prüfen, ob Chinas Währung reif für eine Aufnahme in den Korb internationaler Reservewährungen ist – ein Schritt, der im Anschluss zu einer neuerlichen Abwertung des Yuan führen könnte. Die Abwertung des Yuan sorgte bereits im August für Turbulenzen und trug dazu bei, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsanhebung im September verschob.

Außerdem erwarten uns in der kommenden Handelswoche Arbeitsmarktdaten aus den USA, die wichtige Sitzung der Europäischen Zentralbank sowie die Konferenz des Ölkartells OPEC. Jeder einzelne dieser mit Spannung erwarteten Termine könnte zu erhöhter Volatilität führen – ein weiterer Grund für die Anleger, jetzt die während der Rally erzielten Gewinne mitzunehmen.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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