Sparer, stellt Euch neu auf!

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Was ist eigentlich aus unserer Deutschen Mark geworden? Ja, natürlich. Der Euro! Doch Sie wissen, was ich meine. Unsere Währung galt zu Zeiten der Deutschen Mark als Paradebeispiel für Stabilität. Der Euro hingegen taumelt von einem Schwächeanfall zum nächsten. Und wenn es nach der mächtigen Investmentbank Goldman Sachs geht, dann wird es noch schlimmer werden. Die Experten prognostizieren, dass der Außenwert des Euro in den kommenden Monaten unter einen Dollar fällt. Schon zum Jahresende soll die sogenannte Parität erreicht werden, bei der der Euro genau einen US-Dollar kostet.

Zur Erinnerung: In der ersten Jahreshälfte 2014 mussten noch rund 1,40 US-Dollar hingelegt werden, um einen Euro zu erhalten. Derzeit notiert der Euro nur noch bei 1,07 US-Dollar. Wir haben somit in recht kurzer Zeit gegenüber dem US-Dollar nahezu ein Viertel an Kaufkraft eingebüßt. Der Wert unseres Geldes zerbröselt somit derzeit. Doch einen echten Aufschrei der Entrüstung darüber gibt es in der Bevölkerung nicht. Dies liegt auch an mildernden Begleiteffekten. So ist der Ölpreis dramatisch abgesackt und lässt uns die Kaufkraftschwäche des Euros somit derzeit nicht wirklich spüren.

Natürlich werden sich jetzt wieder viele Anhänger der Deutschen Mark zu Wort melden und sagen, dass sie es gleich gewusst hätten. Besorgt waren bei der Währungsumstellung viele Bürger. Doch tatsächlich ist es wohl sogar noch schlimmer gekommen, als viele befürchtet haben. Denn es wird immer deutlicher, dass die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) längst nicht mehr auf einer Linie mit den Vorstellungen der Führungsspitze unserer Deutschen Bundesbank liegt. Bundesbank-Chef Jens Weidmann stellte sich zuletzt sogar immer deutlicher gegen den Billiggeldkurs von EZB-Chef Mario Draghi und verwies auf die Risiken der anhaltenden Nullzinspolitik. Doch einen echten Einfluss hat die einst mächtige Deutsche Bundesbank auf die Geldpolitik der eigenen Währung mittlerweile nicht mehr. Somit ist weiterhin mit extrem tiefen Zinsen und einem weiteren Absacken des Euro gegenüber dem US-Dollar zu rechnen.

Für Sparer ist diese Entwicklung extrem ärgerlich. Das eigene Geld verliert international an Kaufkraft und es gibt zudem nicht einmal mehr Zinserträge, die diesen Namen verdienen. Doch tatenlos müssen Anleger dieser Entwicklung nicht zusehen. Schließlich gibt es auch Profiteure des schwachen Euros. Dies sind jene Unternehmen, die sich auf dem Weltmarkt mit der internationalen Konkurrenz messen. Diesen Firmen hilft ein starker US-Dollar. Um also vom Leidtragenden zum Profiteur dieses Trends zu werden, müssen die Deutschen gar nicht so viel machen. Sie müssen nur vom Sparer zum Aktionär werden. Wir gehen davon aus, dass trotz der Risikoscheu der deutschen Anleger zunehmend Kapital von den Nullzins-Sparkonten in den Aktienmarkt fließen wird.

Fazit: Blicke zurück im Zorn helfen nichts, Sparer sollten sich neu aufstellen, um zu den Gewinnern der neuen Anlagewelt zu gehören.

RiegerEin Beitrag von Matthias Rieger

Er ist Chefredakteur des Hanseatischen Börsendiensts.

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Bildquelle: dieboersenblogger.de / HBD


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